In
meinem Buch über die Salpetererunruhen im Hotzenwald finden Sie folgenden
Absatz:
"Ein wichtiges menschliches Bedürfnis erweist sich in der Geschichte
immer wieder als Triebfeder des Handelns Einzelner oder von Gruppen: Das Streben
nach Anerkennung der menschlichen Würde. Wird diese Würde verletzt,
setzen sich Menschen zur Wehr. Armut und Entbehrungen sind leichter zu ertragen
als Diskriminierungen. Besonders von jenen, die Macht über andere Menschen
haben oder denen Macht durch Wahlen geliehen wurde, erwartet der Einzelne, menschenwürdig
behandelt zu werden. Dabei geht es nicht allein um materielle Lebensbedingungen,
die ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen, sondern auch um die Art
und Weise, wie mächtige, beziehungsweise als mächtig empfundene Mitbürger
anderen begegnen. Gegenseitige Akzeptanz, Anerkennung und Achtung sind zwar Begriffe
aus unserer Zeit. Von Bedeutung für jeden einzelnen aber waren sie seit Menschengedenken.
Nichts kränkte unsere Vorfahren so sehr und trug zur Verschärfung von
Auseinandersetzungen bei, wie die offenkundige Missachtung, die Überheblichkeit
oder die Arroganz von weltlichen oder geistlichen Obrigkeiten."
Ein
Wort unserer Zeit, das die Erscheinungen von Überheblichkeit, Arroganz oder
Machtmissbrauch in sozialen, ökonomischen, kulturellen oder politischen Lebensbereichen
zu fassen sucht, ist das der "Fremdbestimmung". Gerade in alltäglichen
Zusammenhängen lassen sich zum Teil erhebliche Widerstände gegen die
vom Einzelnen erlebten Zwänge, also gegen die "Fremdbestimmung"
beobachten. Eltern erleben es bei ihren Kindern, die Erzieherinnen und Erzieher
in den Kindergärten oder die Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen: immer
wieder setzen sich Kinder gegen Erwartungen oder Forderungen Erwachsener zur Wehr.
Sie zeigen "Widerstand". Diese widerständigen Haltungen haben in
der seelischen Entwicklung einen guten Zweck, da Kinder in den damit verbundenen
"Reibungsprozessen" reifen, die eigene Persönlichkeit entwickeln
und sich die Werte und Normen der Gesellschaft, in der sie heranwachsen, aneignen
können. Die Widerstände des Kinde, so ließe sich vereinfacht sagen,
dienen der Entwicklung seiner Persönlichkeit und sind darum konstruktiv.
Konstruktiv auch sind alle jene widerständigen Haltungen und Handlungen Erwachsener,
die in humanistischen, dem Menschenbild unserer Verfassung oder der Charta über
die Menschenrechte der Vereinten Nationen entsprechenden Wertvorstellungen verankert
sind und das Ziel verfolgen, sie zu bewahren und vor jenen zu schützen, die
sie aushöhlen oder gar beseitigen wollen. Bereits in der "Erklärung
der Menschenrechte" der französischen Nationalversammlung vom 26. August
1789 heißt es:
"Der
Zweck aller politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und
unveräußerlichen Rechte des Menschen. Diese Rechte sind die Freiheit,
das Eigentum, die Sicherheit und der Widerstand gegen die Unterdrückung".
In
der Menschheitsgeschichte finden wir viele Personen oder Gruppen, die sich dafür
einsetzten, diesen allgemein anerkannten Normen und Werten Geltung zu verschaffen,
sie zu verteidigen, wenn sie bedroht waren oder um sie zu ringen, wo und wann
sie missachtet wurden. Es lässt sich da weit ausholen und zum Beispiel an
die Sklavenaufstände in der Antike denken. Sklaverei galt schon damals zum
Beispiel für römische Juristen oder für das Christentum als menschenunwürdig,
nicht mit der Menschennatur im Einklang stehend bzw. als "unsittlich".
Im Mittelalter schuf Eike von Repkow mit der Kodifizierung überlieferter
Rechtsgüter den "Sachsenspiegel", in dem, orientiert am christlichen
Menschenbild, jede Form der Hörigkeit verworfen wurde.
Widerständige Bewegungen, die die Prinzipien von Freiheit und Gleichheit
in neuen Formen des Zusammenlebens umzusetzen suchten, wie zum Beispiel die Waldenser,
Hussiten oder Albigenser wurden grausam verfolgt. Martin Luther im 16. und Martin
Luther King im 20. Jahrhundert sind Beispiele dafür, dass widerständige
Bewegungen auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes bis in unsere Zeiten
hinein wirkten.
Gelegentlich
aber wurde für die Durchsetzung neuer Idealvorstellungen auch Gewalt angewendet.
Für die Werte "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" gingen
Franzosen auf die Barrikaden und brachten Ihre Diktatoren um. Widerstand gegen
Unfreiheit und Tyrannei verließ häufig die Formen demonstrativen Protests
oder Widerstandes und schlug um in Bürgerkrieg und Revolutionen.
Gegen
Ausbeutung und soziale Not - man kann auch sagen: für ausreichende materielle
Lebensbedingungen und eine menschwürdige Existenz - gab es ebenfalls immer
wieder Aufstände, bei denen die Betroffenen sich gegen die zur Wehr zu setzen
suchten, die ihnen diese Grundrechte beschnitten. In Russland, in Spanien in den
Südamerikanischen Staaten und vielen anderen Ländern der "Dritten
Welt" fanden und finden derartige Auseinandersetzungen statt. Sie richteten
und richten sich zugleich auch gegen die Regierungen in den betreffenden Ländern,
da diese dort stets auf der Seite der wirtschaftlich mächtigsten Personengruppen
standen, die jeweils die modernen Formen von Versklavungen auf die Spitze trieben.
In
diesem Zusammenhang lässt sich festhalten, dass gegen jene Staaten bzw. Regierungen
Widerstand organisiert werden müsste, die in eklatanter Weise und in aller
Öffentlichkeit gegen entsprechende Einsichten verstoßen und die Lebensgrundlagen
der Menschheit bewusst weiter gefährden. Dies hat, wie am 18. April 2008
die Nachrichtenagenturen verbreiteten, der us-amerikanische Präsident Bush
getan, als er in einer Rede bekannt gab, dass sich die USA den Abkommen über
den Schutz unseres Klimas erst in zehn Jahren (!) anzuschließen gedenken.
Dass gegen diese Missachtung von Allgemeininteressen, die von den meisten Staaten
der Welt unterstützt werden, nicht Widerstan, geleistet und mit Sanktionen
geantwortet wird, ist allein der ökonomischen Stärke und der militärischen
Überlegenheit der USA geschuldet, die der Präsident repräsentiert
Der Widerstand ohnmächtiger Gruppen gegen diese Politik wird auch dann als
"Unterstützung des Terrorismus" diskriminiert, wenn diese auf Gewalt
verzichten. Im 18. Jahrhundert waren die Truppen der kaiserlichen Kommissionen,
die den Widerstand der salpeterischen Bauern brachen, in einer vergleichbar dominanten
Situation. Und die widerständigen Bauern wurden als Verbrecher bezeichnet
und entsprechend verfolgt
Seit den beiden Weltkriegen des vergangenen
Jahrhunderts haben die Widerstände gegen Ausbeutung, Aufrüstung, Krieg
und Völkermord, oder positiv ausgedrückt, die öffentliche und laute
Forderung nach Frieden ohne Waffen zugenommen. Die "Friedensbewegung",
unter diesem Sammelbegriff kennt man die Personen und Personengruppen, die seit
dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts von sich reden machten, trat bzw. tritt
ebenso konsequent wie ausnahmslos für die friedliche Lösung von Konflikten
in allen Lebensbereichen ein. Da diese pazifistische Grundhaltung bisher nirgendwo
politisch eine Mehrheit fand, lassen sich gegenwärtig noch immer in allen
Staaten Widerstände gegen die dort jeweils herrschenden politischen Gruppen
beobachten.
Nun
gibt es aber Unterschiede widerständigen Verhaltens und seiner Motive.
Ein Widerstand oder eine Verweigerung um des Widerstands oder um der Verweigerung
willen, sozusagen ein querulantes Verhalten, wie wir es in unserem Alltag oft
antreffen, möchte ich als destruktiv bezeichnen. Auf den folgenden Seiten
werden uns sicher diese Unterschiede von destruktivem Widerstand auf der einen
und konstruktivem Widerstand auf der anderen Seite immer wieder beschäftigen.
Ihren unterschiedlichen Erscheinungen, ihren Bedeutungen und Funktionen sind die
Aufsätze unter dem Sammelbegriff "Salpeterisches" gewidmet. Vielleicht
lesen Sie, liebe Besucherin, lieber Besucher zunächst die Seite über
die Kundgebung gegen den Irakkrieg. Dort finden Sie
an einem aktuellen Beispiel, der Friedenskundgebung am 15. Februar 2003 in Waldshut,
bereits einige erste Hinweise auf das, was ich als konstruktive Widerstände
verstehe.
Im Jahre
2003 jährte sich zum fünfzigsten Male der 17. Juni 1953 an dem Bauarbeiter
und viele andere Bürgerinnen und Bürger in der ehemaligen DDR die Arbeit
niederlegten und auf die Straße gingen, um gegen veränderte Arbeitsbedingungen
zu protestieren. Ich war damals, selbst Arbeiter auf einer Baustelle, in Berlin
dabei. Meine Erinnerungen wollte ich, wenige Jahre später, in der damaligen
BRD veröffentlichen. Aber niemand wollte sie haben. Meine Aufzeichnungen
passten nicht in das Bild, das während des "Kalten Krieges" in
der BRD über unseren Widerstand gezeichnet wurde. Nun aber ist bald ein Menschenalter
darüber hinweg gegangen, und heute ist eine unvoreingenommenere Darstellung
möglich. Das Institut für Zeitgeschichte in Potsdam hat meine Erinnerungen
an meinen siebzehnten Juni ins Archiv
genommen. Ich stelle sie hier ein und schicke vorsorglich voraus, dass es sich
um persönliche Erinnerungen und nicht um Ergebnisse objektiver historischer
Forschung handelt. Auch damals richtete sich unser Protest nicht gegen die DDR
als Staat, sondern gegen die nach unserem Empfinden spürbare Verletzung der
dort geltenden Verfassungsinhalte durch die Staatsorgane. Darum ist es in der
Bundesrepublik zu begrüßen, dass Gesetze auf ihre Verfassungsgemäßheit
hin geprüft werden und darüber gewacht wird, dass der Interpretationsspielraum
derartiger Prüfungen nicht zu Lasten der Interessen der Bürgerinnen
und Bürger geht.
In
diesem Zusammenhang ist auf einen hochbedeutsamen qualitativen Unterschied zwischen
Staatsformen zu verweisen: In totalitär geführten Staaten bzw. mehr
oder weniger gemäßigten Diktaturen, werden widerständige Verhalten,
ja sogar widerständige Einstellungen verfolgt und bestraft. Die Anzahl von
Künstlern oder Journalisten, die ihre Heimatländer verlassen müssen,
da sie dort nicht frei schaffen und unbehelligt leben können, sind lebende
Beispiele für die Existenz derartiger Diktaturen
Demokratien sind als
"freiheitlich" dann chrakterisiert, wenn sie widerständige Bewegungen
tolerieren, sofern diese das Leben und die Freimütigkeit Anderer achten.
In
der Bundesrepublik Deutschland war und ist ein derartiger konstruktiver Widerstand
möglich. Ich denke hierbei zum Beispiel an die Zeiten, als während des
"Kalten Krieges" mit Unterstützung beziehungsweise Billigung der
Bundesregierungen von den damaligen Besatzungstruppen Raketen mit Atomsprengköpfen
aufgestellt werden sollten und wurden. Die internationale Friedensbewegung wuchs
in jenen Jahren zu einer unübersehbaren Kraft heran, die Leitgedanken fördern
wollte wie "Schwerter zu Pflugscharen" oder "Frieden schaffen ohne
Waffen". In Deutschland schlossen sich viele Menschen aus allen Schichten
und jung und alt der Friedensbewegung an und machten Gebrauch von ihrem "Recht
auf Widerstand", wie es Günther Grass am 30. Januar 1983 in der Frankfurter
Paulskirche postulierte. Auch bei uns im Hotzenwald trafen sich Bürgerinnen
und Bürger in einer "Friedensgruppe"
und wirkten öffentlich für eine Friedenspolitik, und stellten sich den
offiziellen, von den Regierungen, der Rüstungsindustrie und anderen interessierten
Gruppen begangenen Wege, entgegen. Über die Geschichte dieser Gruppe wird
hier - stellvertretend für die vielen anderen in unserer Region - berichtet.
Selbstverständlich
gab es auch stets Gegenbewegungen. Die Widerstände gegen Widerständiges
wie lauten Protest oder stille Verweigerung kamen (und kommen) in der Regel von
den Regierungsvertretern, Parteien und Mächtegruppen, die ihre Interessen
gefährdet sahen. Nicht zuletzt aber können sich alle konservativ orientierte,
auf Ruhe und Ordnung bedachte Mehrheiten von Bürgerinnen und Bürgern
nicht mit widerständigen Gedanken oder mit entsprechenden Alternativen anfreunden.
In der Gegenwart haben die Friedens- und die Ökologiebewegung das recht deutlich
erfahren. Vor allem dann, wenn Darstellungen in Massenmedien Ängste vor Neuerungen
bzw. Veränderungen wecken, haben widerständige Gedanken und Initiativen
kaum eine Chance zur politischen oder wirtschaftlichen Verwirklichung. Denn auch
in unserem Rechtsstaat, in dem alles rechtlich geregelt ist und Juristen definieren,
was und wieweit Proteste bzw. Widerstände erlaubt sind, steht die Justiz
auf der Seite der Machthaber. "Recht ist, was den Waffen nützt."
heißt der Titel eines Buches von Helmut Kramer und Wolfram Wette (Berlin
2004). Darin wird anschaulich belegt, wie die Justiz auf den Pazifismus im 20.
Jahrhundert reagierte.
Noch
längst ist nicht alles gesagt, was zum Thema "Widerstand" gesagt
werden müsste. In dem Beitrag über den Freiheitsbegriff
finden sich einige ergänzende Ausführungen. Wir haben in Deutschland
inzwischen ein umfangreiches, ganze Bibliotheken füllendes Schrifttum über
den Widerstand. Da gibt es zum Beispiel die vielbändige "Bibliothek
des Widerstandes" (über die Jahre 1933 bis 1945), die bereits seit Anfang
der siebziger Jahre vom Röderberg Verlag in Frankfurt herausgegeben wurde.
Da hat weiter der Historiker Wolfgang Kraushaar 1996 eine ebenso umfangreiche
wie ausführliche "illustrierte Geschichte von Bewegung, Widerstand und
Utopie" vorgelegt. Das vierbändige Werk (einschließlich Registerband)
dokumentiert "Die Protestchronik 1949 - 1959" (so der Titel) der Bundesrepublik
Deutschland.
In
Deutschland gehören die Widerstände gegen die deutschen politischen,
militärischen und wirtschaftlichen Diktaturen zur nationalen Geschichte.
Es sind diese Widerstandsbewegungen, die in Aufstände und Revolutionen mündeten,
wie die aus dem Jahre 1989, die uns Deutschen heute die Chance anbieten, aus ihnen
ein Nationalgefühl abzuleiten, das frei ist von faschistoidem Gedankengut.
Der Stolz auf
jene Vorfahren, die sich als Teile von Widerstandsgruppen oder als Einzelpersonen
in offenem oder verstecktem Kampf oder als Verweigerer und Agitatoren in unserer
Geschichte - gerade und besonders in der Zeit des deutschen Faschismus - für
bürgerliche Freiheiten und die bedingungs- und ausnahmslose Achtung menschlichen
Lebens und der Menschenwürde einsetzten, ist ein wesenhafter Bestandteil
der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Ich darf in diesem Zusammenhang und als
Beispiel für viele auf jene Widerstandsgruppe deuten, über die in der
Sendung "Wissen" beim SWR II am 31. März 2006 so eindrucksvoll
berichtet wurde. Hier ein Ausschnitt aus dieser Sendung:
"Der Arzt Georg Groscurth
wurde am achten Mai 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet. Nach
ihm, jeweils im Abstand von fünf Minuten, wurden der Zahnarzt Paul Rentsch
und der Architekt Herbert Richter zur Hinrichtung geführt. Dort mussten sie,
nur noch mit einer Unterhose bekleidet, auch diese noch ausziehen und dann ihren
Kopf unter das Fallbeil legen.
Ihr
Tod war auch das Ende der Widerstandsgruppe "Europäische Union".
Nur einer aus der von der Geheimen Staatspolizei GESTAPO als "Viererbande"
bezeichneten Gruppe überlebte: Genau drei Jahre später, am achten Mai
1947, hält der spätere DDR-Dissident Robert Havemann anlässlich
einer Gedenkveranstaltung für die Widerstandskämpfer, die im Zuchthaus
Brandenburg-Görden von den Nazis hingerichtet worden waren, eine Rede:
"Beinahe
acht Millionen Menschen starben insgesamt als Gegner und Kämpfer gegen den
Faschismus. Acht Millionen Menschen aus allen Nationen Europas, zu denen auch
diese 2000 gehörten, die wir hier betrauern. Diese Männer sind es, die
uns vielleicht einmal wirklich das Recht verschaffen werden, vor den Nationen
der Welt wieder in Ehren zu bestehen."
Auf
eine ganz andere Form des Widerstandes verweisen die Forschungen der jungen Freiburger
Historikerin Christina Eckert. Sie widmete ihre Forschungsarbeiten jenem Thema,
das uns allen spätestens seit den Veröffentlichungen um "Schindlers
Liste" sowie dem gleichnamigen Film vertraut ist: wer und warum und unter
welchen Bedingungen Juden in Deutschland während der Nazizeit half. Sie spricht
in diesem Zusammenhängen von "zivilem Widerstand", den jene Frauen
und Männer leisteten, die Juden retteten (
"Ziviler Widerstand - Hilfe für verfolgte Juden in Freiburg 1940 - 1945".
Magisterarbeit Universität Freiburg, 2005)
In
unserer Zeit bildeten sich unter dem Eindruck immer neuer kriegerischer Auseinandersetzungen
und Eroberungen, die jeweils dem Ausbau und dem Erhalt politischer und wirtschaftlicher
Machtinteressen dienen, alternative Bewegungen heraus. Gleichsam unter den Devisen
"Frieden ist möglich - Frieden schaffen ohne Waffen" setzen sich
Einzelpersonen und Gruppen für das ein, was in unseren Staaten bisher zwar
zu den offiziell verkündeten Zielen, noch zu keiner Stunde aber zur gelebten
Realität gehört. So werden noch heute Waffen gesegnet, das Militär
zu Demonstrationen missbraucht (wie die absurden Schaustellungen anlässlich
von Vereidigungsakten oder Staatsbesuchen offenbaren) und vor allem: wird die
Rüstungsindustrie massiv unterstützt.
Es sind die Personen und
Organisationen ein Hoffnungsschimmer, die wie in Tamara
, Alternativen leben, Widerstand anmahnen und jenen Denkmäler errichten,
die sich verweigerten. So wird endlich der Frauen und Männer ehrenvoll gedacht,
die als Deserteure und Kriegsdienstverweigerer hingerichtet wurden und ihnen jener
Platz in der Erinnerung der Völker eingeräumt, der ihnen zusteht. Vgl.
dazu: Für die armen Opfer, die - zumeist gegen ihren Willen in Kriege geschickt
wurden werden ja bereits in jeder Gemeinde wenigstens einmal jährlich Kränze
hingelegt. Doch niemand wagt es bei diesen Gelegenheiten, jener zu gedenken, die
die wahren Helden waren, weil sie ihrem Gewissen folgten und den Gehoram verweigerten.
Diese Menschen sind die Vorbilder für heranwachsende Generationen an deren
Beispiel überzeitlich gültige Werte vermittelt werden können.
Widerstand
beginnt im Kopf
Ein
interessanter Hinweis:
Widerständiges
Verhalten setzt die Fähigkeit und die Bereitschaft voraus, über sich
selbst, das soziale Umfeld, über Gesellschaft und Politik und ihrer Exponenten
nachzudenken. Hierzu bedarf es einer Fülle an zutreffenden Informationen.
Und wenn Bürger und Institutionen eine Plattform zur Verfügung stellen,
über die Informationen abgerufen werden können, die bei der eigenen
Meinungsbildung helfen und außerdem noch den Anspruch erheben, kritisches
Denken und die Bereitschaft zum "Einspruch" - einer milden Form des
Widerstandes - zu fördern, dann ist das zu begrüßen und sollte
kritisch genutzt werden.
Frau Julia Schönmuth berichtete in einem Zeitungsaufsatz
(Südkurier Konstanz am 19.04.2008) über die Initiative der Herren Wolfgang
Lieb und Albrecht Müller und die Homepage www.nachdenkseiten.de.
"Wir sind eines der wenigen Medien, die gegen den großen Strich bürsten"
hatte Herr Müller "nicht ohne Stolz" der Frau Schönmuth erklärt.
Und wenn man auf die Seiten seiner Plattform geht und nach deren Intentionen fragt,
dann heißt es dort unter anderem: "NachDenkSeiten sollen eine gebündelte
Informationsquelle für alle Bürgerinnnen und Bürger werden, die
am Mainstram der öffentlichen Meinungsmacher zweifeln und gegen die gängigen
Parolen Einspruch anmelden" (www.nachdenkseiten.de/?page_id=7 - 19.07.2008).
©
Dr. Joachim Rumpf
im Februar 2005
im April 2006
im Juli 2008