Die
Autoren haben nun, wie der Zeitungsbericht und die Ankündigung auf der Homepage
der Landesstiftung Baden Württemberg mit dem "Kultursommer 2006"
wissen, Sternbald träumen, phantasieren, berichten lassen. Der Erzähler,
der bei der Aufführung die Zwischentexte sprach, verlas Sternbalds Gedanken
und Erinnerungen und verband so die Szenen mit jeweils unterschiedlichen historischen
Episoden.
Die
dritte Szene, die sich die Autoren ausgewählt haben, ist die Geschichte des
Dorfmeiers Jakob Leber aus Brunnadern.
Jakob
Leber gehörte zu jenen Bauern, die der Einberufung des durch die Salpeterer
am Montag, d. 16. März 1739 aufgebotenen "Landfahnens" trotz eigener
Bedenken gefolgt waren und sich, eigentlich nur aus Solidarität mit seinen
Standesgenossen, an den Ort des Treffens bei Etzwihl begeben hatte. Während
sich die Bauern mit ihren Waffen, nur wenige hatten Gewehre dabei, noch sammelten
und zu einer Art "Heerschau" aufstellten, rückte eine Kompanie
Soldaten von Buch her auf die Bauern zu. Von den Anführern der Salpeterer
waren die Hauptpersonen noch gar nicht alle erschienen. So ergriff der Dorfmeier,
gleichsam von Amts wegen, die Initiative, gab sein Gewehr, das er mitgebracht
hatte dem nächststehenden Bauern und ging mit zwei seiner Gefährten,
den Soldaten entgegen. Er wollte ihnen versichern, dass sie nichts gegen die Truppe
unternehmen wollten. Der kommandierende Offizier aber nahm ihn in Haft, ließ
ihn abführen und schon wenig später wurde er, in einer Art Kriegsgerichtsverfahren
abgeurteilt. Weil er mit einer geladenen Waffe zu dem Treffen gekommen sei, habe
er sein Leben verwirkt.
Jakob Leber war der erste Bauer, der im Zusammenhang
mit den Salpetererunruhen hingerichtet wurde. Auf dem Härpelfeld bei Tiefenhäusern
wurde er am 24. März 1739 in Gegenwart vielen zur Hinrichtung befohlenen
Volks enthauptet. Der Waldvogt Anton Freiherr von und zu Schönau berichtete
persönlich darüber an die kaiserliche Kommission und schrieb unter anderem,
daß er nach kurzer "von ihme Malefikanten getaner Erinnerung an alle
Umstehende, dass sie sich recht an dieser seiner wohlverdienten Strafe einen Abscheu
und ein Exempel nehmen sollen, hingerichtet worden und sein Körper von dem
Scharfrichter unter dem gleich dabei stehenden Hochgerichte ist begraben worden..."
(im GLA: 41:252).
Von
Jakob Leber selbst, seinem Verhalten und den Reaktionen seiner Angehörigen
und Freunde steht nichts in den überlieferten Akten. Wohl aber, dass viele
der Salpeterer und ihrer Anführer von da an in großer Angst lebten
und versuchten, bei der kaiserlichen Kommission, dem Waldvogt und den "ruhigen"
Einungsmeistern, um "gut Wetter" zu bitten.
Doch
vier Wochen später wurden fünf der Salpetererführer, allen voran
der Hauptagitator Fridolin Gerspach von Bergalingen, auf der Hinrichtungsstätte
der Grafschaft bei Albbruck ebenfalls öffentlich getötet. Viele andere
erhielten Haftstrafen oder wurden zu Zwangsarbeiten herangezogen.
(Literatur
hierzu: Günther Haselier
1940, S. 92ff; Jakob
Ebner 1953 S. 132 ff; Müller-Ettikon
1979, S. 270 ff).
Weitere
Literaturangaben vergleiche dort!