Eine
Geschichte der Salpetererunruhen hat auch Rudolf Metz vorgelegt. In seinem umfangreichen
Buch über die "Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes mit Exkursionen
besonders in dessen alten Bergbaugebieten", das beim Moritz Schauenburg Verlag
in Lahr 1980 erschien, hat er in der Tat einen, wie es im Begleittext hieß,
"neuartigen geologisch-landeskundlichen Führer" erarbeitet. Das
"Neuartige" sind die Informationen über den Hotzenwald, die nicht
im engeren Sinne mit seiner Geologie, Morphologie oder anderen, für Freunde
der Mineralogie und Geologie interessierende Gegenstände zu tun haben. Ein
an politischer, sozialer und Wirtschaftsgeschichte interessierter Leser wird unter
dem Buchtitel nicht gleich vermuten, was er dann findet. Sowohl der Landeskundliche
Überblick, der Landesgeschichtliche Überblick als auch die Wirtschafts-
und Verkehrsgeschichte im Hotzenwald und am Hochrhein erstaunen in ihrer Detailtreue.
Im Kapitel über "Die Salpetererunruhen im Hotzenwald" (S. 286
- 327) gibt Metz Auskunft und verweist dabei auf Akten, die in den Archiven in
Karlsruhe, Innsbruck und Wien vorhanden seien, sowie auf die Autoren Josef Bader,
Josef Lukas Meyer, Heinrich Hansjakob, Jakob Böser, Jakob Ebner und Günther
Haselier(S.327).
Etwas
Neues, zum Beispiel Ergebnisse eigener Forschungen, hat er nicht mitzuteilen.
Insofern kann man dieses Kapitel als eine Zusammenfassung der Ergebnisse der bis
dahin vorliegenden Veröffentlichungen über die Salpetererbewegungen
vom Beginn an bis zu Ihrem Erlöschen im zwanzigsten Jahrhundert betrachten.
Mit der Übernahme
von Arbeitsergebnissen anderer Historiker besteht, wie stets bei dieser Arbeitsweise,
die Gefahr auch deren Irrtümer und Interpretationen weiterzutragen. Schaut
man genau hin, so ist das auch bei Friedrich Metz der Fall, wenn er zum Beispiel
den Anwalt der Salpeterer Johann
Caspar Berger "Dr." nennt und dessen Auftreten in jener Zeit damit
enden lässt, dass er "bald danach gestorben sei" und dass seine
Witwe "nach der Verhaftung ihres Mannes mittellos nach Freiburg ging"
(S. 319).
Auf
eine Bewertung der Salpeterer verzichtet Rudolf Metz.
Rudolf
Metz bildet insofern eine Ausnahme unter all jenen, die über die Salpetererunruhen
schrieben oder Forschten, da er kein Historiker i. e. Sinne war. Sein Arbeitsgebiet
war, er starb am 18. Oktober 1991, das der Geologie und Morphologie. In diesem
Fachgebiet promovierte er 1952 an der Universität Freiburg, wo er dann als
Assistent am Mineralogischen Institut arbeitete. 1958 wechselte der am 4. Juni
1923 in Karlsruhe geborene an die damalige TH in seiner Geburtsstadt. Als Professor
(seit 1983) an der Universität Karlsruhe trat er 1988 in den Ruhestand.
Der
Name "Metz" ist den Historikern und Geographen wohl vertraut. War doch
Friedrich Metz, der
Vater von Rudolf, in den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts ein
weithin bekannter Wissenschaftler, der von 1936 bis 1938 Rektor an der Universität
Freiburg gewesen war.
Sein
Schulfreund und Studienkollege Prof. Dr. Rolf Stellrecht widmete ihm einen Nachruf
in der Zeitschrift "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen
Vereins und würdigt darin den unermüdlichen Arbeitseifer des Verstorbenen.
"Rudi Rastlos" habe man ihn am Institut anerkennend-frozzelnd genannt"
weiß Stellrecht zu berichten. Er verweist auf die zahlreichen Exkursionen
für seine Freunde, auf die reichlich mit Dias ausgeschmückten Vorträge
und die sportlichen Freizeitambitionen wenn er schreibt, dass Metz zum Ausgleich
"noch manche Tanzfigur mit seiner Frau zusammen auf dem Eis drehte".
Dass Rudolf Metz neben seiner geologischen auch historische Arbeiten verfasste,
das zeigt das dem Nachruf beigefügte Schriftenverzeichnis. Dass es sich hierbei
um Arbeiten im Umfeld seines Arbeitsgebietes handelt, wie u. a. eine Geschichte
des Bergbaus im Schauinsland (1966), versteht sich von selbst.
Es
ist ja die umfangreich und detaillierte "Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes"mit
den zahlreichen historischen Texten, auf die hier besonders abzuheben ist.Dass
seine "Geologische Landeskunde" des Markgräfler Landes von ihm
nicht mehr fertig gestellt werden konnte, ist sehr zu bedauern.
Literatur
Müller,
Gerhard: Rudolf Metz. In:
Der
Aufschluss 4, / Jg. 43 Juli/August 1992. Zeitschrift für die Freunde der
Mineralogie und Geologie.
Hrsg.: Vereinigung der Freunde der Mineralogie und
Geologie (VFMG) e. V.
Heidelberg, S. 193 - 194. Diesem Nachruf ist das Foto
von Rudolf Metz entnommen
Stellrecht,
Rolf:
Rudolf Metz. In:
Oberrheinischer
Geologischer Verein
Jahresberichte und Mitteilungen
N.
F. Bd. 75 / 1995, S. 19 - 26
Eine
Anmerkung hierzu:
Ein herzliches Dankeschön an die Bibliothekarin Frau
V. Scheuring - Jenni des Geologischen paläontologischen Instituts der Universität
Basel! Hatte sie mir doch (obwohl keine Sprechzeit war) den betreffenden Jahresband
aus den Beständen herausgesucht und mir ermöglicht, die betreffenden
Seiten zu kopieren. Sie hielt dieses Entgegenkommen für selbstverständlich.
Ich nicht. Noch einmal: Danke!