Wenn ich an die Vorbereitungen für die auf diesen Seiten eingestellten
mehr oder weniger ausführlichen Biographien von Historikern und Heimatforschern
denke, dann fällt auf, dass in Fachzeitschriften gar nichts und in Tageszeitungen
nur wenig über Dr. Emil Müller-Ettikon geschrieben wurde. Das erstaunt
angesichts seiner reichen schriftstellerischen Produktion, für die er 1971
sogar Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Kadelburg wurde. So lassen sich die
vielen Aufsätze in Tageszeitungen und Zeitschriften gar nicht mehr zählen,
die er verfasste. Im unten stehenden Literaturverzeichnis sind jedoch die Monographien
genannt, die in kleinen oder größeren Auflagen, als Privatdrucke oder
über Verlage "auf den Markt" kamen. Die meisten dieser Schriften
beschäftigen sich mit historischen Begebenheiten oder historischen Personen
oder biographische Themen. Es finden sich aber auch ein Büchlein aus der
Kriegsgefangenschaft in Italien, eines mit Gedichten, das schon während des
Zweiten Weltkrieges erschien, eines mit religiöser Thematik und vielfältige
Schriften des bei der "Muettersproch-Gesellschaft" aktiven Mitglieds
über Mundart und Volkspoesie.
"Es
befinden sich noch viele Manuskripte und andere Aufzeichnungen in seinem Nachlass",
berichtet Frau Liselotte Noth, eine der drei Töchter von Emil Müller.
Doch habe bisher noch keines der vier Geschwister Zeit gefunden, den Nachlass
zu sichten oder gar ein Verzeichnis der nachgelassenen Manuskripte und Unterlagen
anzulegen. Diese Aufgabe ist als Gemeinschaftsaktion der Familie in Planung. Hoffnung,
dass die Arbeiten des Vaters einmal weiter geführt werden würden, besteht
bei den Kindern Müllers auch darum, weil eine Enkelin in Mainz Geschichte
studiert. Und
noch ein Umstand macht es nicht leicht, Informationen über Leben und Wirken
von Dr. Emil Müller-Ettikon zu erhalten: Er selbst hat nichts über sich
veröffentlicht. Getreu
seinem Lebensmotto stand stets die Sache, nie er selbst
im Vordergrund, meinten seine Töchter. Und da Dr. Emil Müller-Ettikon
erst 1948 geheiratete hatte und der erste Sohn, Enno, (er starb bereits als Kind) sowie die vier anderen
Kinder erst später geboren wurden, hat keines der heute lebenden Familienmitglieder Erinnerungen an
die früheren Zeiten im Leben des Schriftstellers. Dr.
Emil Müller-Ettikon starb 1985
in seinem vierundsiebzigsten Lebensjahr einen plötzlichen
Herztod. Seine aus Ostfriesland stammende Frau Undine
Tammena Habbinga,
folgte ihm, achtundsechzigjährig, sieben Jahre später nach. Im
Privatarchiv der Publizistin Frau Brigitte Matt-Willmatt, der Tochter des Waldshuter
Gymnasialdirektors und Professors. Arthur Feige, befinden sich die wohl einzigen
Selbstzeugnisse von Emil Müller Ettikon. Es handelt sich um vier mit Schreibmaschine
geschriebene Din A 4 Seiten, von denen eine ein Veröffentlichungsverzeichis
enthält. Selbst wenn Dr. Müller-Ettikon diesen Papieren keinen handschriftlichen
Gruß für Frau Matt-Willmatt angefügt hätte, ließen
sich die Papiere ihm zuordnen. Denn so, wie in anderen Schriften und im Briefverkehr,
verzichtete er auch hier auf sonst gebräuchliche Formen wie zum Beispiel
Briefkopf, Angaben von Orten und Zeitpunkten seiner Veröffentlichungen oder
ein Datum. Darum lässt sich nicht exakt angeben, wann er diese Papiere verfasste.
Da aber an einer Stelle vermerkt ist "jetzt arbeite ich an der Darstellung
eines Jahrzehnts Waldshuter Geschichte (1520 - 1530)" und dieser Aufsatz
1962 erschien, ist das betreffende Schriftstück mit der Überschrift:
"Einige Daten" spätestens aus dem Jahre 1961. (Sofern ich
aus diesen Texten zitiere, werde ich den Vermerk "selbst" anfügen.
Diese Unterlagen verdanke
ich dem Ehrenvorsitzenden unserer Vereins "Heimatmuseum
Hotzenwald Görwihl", Dr. Bruno Feige, der sie bei seiner Schwester
für mich kopierte. Beiden sei an dieser Stelle herzlich gedankt! Frau Brigitte
Matt-Willmatt hatte selbst vor, über Dr. Emil Müller-Ettikon zu schreiben,
wie einem handschriftlichen Nachsatz Müller-Ettikons entnommen werden kann.
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Dr. Emil Müller
wurde am 28. Dezember 1911 im mainfänkischen Sindolsheim geboren. "Väterlicherseits
alles Bauern, die ganze Reihe bis zu den Zinsbauern des Götz von Berlichingen.
Mütterlicherseits alles Schäfer, soweit sie zurückzuverfolgen sind,
daher nicht so schollengebunden" (selbst). Er
wuchs auf dem elterlichen"Ettikoner Hof" auf, der zur Gemeinde Kadelburg
gehört. Aus Verbundenheit mit diesem Ort entschied er sich, kein Pseudonym
zu wählen, sondern den relativ weitverbreiteten Namen Müller mit diesem
Ortsnamen zu verbinden. Der
„Ettikoner Hof“, 1920 von den Eltern Müller von
den Lonza-Werken gepachtet, liegt direkt an den Stromschnellen
des Rheins, dem sogenannten Lauffen. Dort wuchs der Junge mit Bruder
Rudolf (der im Zweiten Weltkrieg fiel) und Schwester Liselotte heran. Die Liebe
zur Heimat, zur Geschichte und zur Natur wurde Emil Müller von Mutter und
Vater vermittelt. Zur Grundschule ging er in Kadelburg, im sechs Kilometer
entfernten Waldshut aufs Gymnasium, dort, wo er später selbst unterrichten
sollte. "Sollte Tierarzt werden, deshalb zur Schule" (selbst). Da es
in den zwanziger Jahren nicht so viel öffentliche Verkehrmittel gab, waren
von diesem wunderschön aber abgelegenen Weiler Ettikon bis ins Dorf oder
gar in die Kreisstadt die Wege zu Fuß, zu Pferde oder mit dem Rad zurückzulegen.
Während des Studiums in Freiburg lief er sogar zu Fuß über den
Schwarzwald nach Hause.
Emil Müller studierte zunächst in Freiburg "ziemliches Feld-Wald
und Wiesenstudium" (selbst) später Germanistik und Zeitungswissenschaft
in Heidelberg, Berlin, Genf und Freiburg. "Leitete lange die Freiburger
Studentenzeitung, wurde erster Doktorand bei dem Gründer des Freiburger Instituts
für Zeitungswissenschaft Prof. Kapp, der mich zu seinem Nachfolger designierte
und nur noch lesen wollte, bis ich micht habilitiert hatte. Doktorarbeit über
über Robespierre als Revolutionär und Redner... Während dieser
Zeit, als ich an einer Habilitationsschrift über Miltons publizistische Schriften
arbeitete, philologisches Staatsexamen in Englisch, Französisch, Deutsch.
1939 Studienreferendar am Suso-Gymnasium in Konstanz bis zur Einberufung. Dann
kam der Krieg, Ausbildung als Funker in der Tschechei, dann Divisionsfunkstaffel
der Infanteriedivision 205 Frankreich, abkommandiert zur Dolmetscherschule nach
Meißen. Nachrichtennahsufklärung / Nachrichtendolmetscher in Frankreich,
Italien bis Kriegsende in den Dolomiten, Kriegsgefangener bei den Amerikanern,
als Kriegsverbrecher angesehen, Auslieferung an den Secret Service der Engländer
in Rom, Rückgabe an die Amerikaner in Neapel. Viel Zeit, viel geschrieben...
Das meiste verloren auf der Flucht von Neapel über die Alpen. Eingefangen
von den Franzosen im Inntal. Leidenszeit: Innsbruck, Tuttlingen, Malschbach. Dann
Übergabe an die Amerikaner in Karlsruhe, Heilbronn und endlich Entlassung.
Heimkehr und Entnazifizierung und als Mitläufer eingestuft. Entlassung aus
dem Staatsdienst" (selbst).
Der ehemalige Wehrmachtsgefreite - über diesen Mannschaftsdienstgrad war
er nie hinausgekommen, worauf er noch im Alter stolz war, wie seine Töchter
berichteten,- musste feststellen, dass seine Welt und seine Träume in Trümmern
lagen. Die akademische Laufbahn war perdu, der ältere Bruder, der den Hof
übernehmen sollte, war in Russland geblieben, die Eltern alt und die Schwestern
konnten den Hof nicht übernehmen. Seine spätere Frau, die Schwester
eines Kriegskameraden, lebte fern in Ostfriesland, zwei Besatzungszonen entfernt...
Die politische
Minderbelastetheit half zwar dabei, noch während der französischen Besatzung
ab Herbst 1948 in den Schuldienst eingestellt zu werden, aber diese materielle
Absicherung bedeutete gleichzeitig auch den Verzicht auf ein Lebensziel. Dass
er, unmittelbar aus der Gefangenschaft kommend, den Eltern in der Landwirtschaft
half, "zeitweise morgens und abends 16 Kühe eigenhändig gemolken"
(selbst) sicherte in der Nachkriegszeit ein Überleben ohne allzu große
Not. Auf dem Hof und später zusätzlich in der Schule musste hart gearbeitet
werden. Den Zweitberuf als Landwirt übte er in Vertretung seines gefallenen
Bruders Rudolf aus, bis 1952 der einzuhaltende Pachtvertrag mit der Fa. Lonza
abgelaufen war. Seine Eltern hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf das Altenteil
in ihr Haus auf dem Homberg zurückgezogen und wurden dort von ihrer Tochter
betreut. Auf dem gleichen Grundstück hatte auch Emil-Müller sein Haus
mit viel Eigenarbeit errichtet. Wie stark Emil Müller mit seinem Zuhause,
seiner Heimat verbunden war, zeigt ein Briefauszug vom Januar 1944. Der damals
Dreiunddreißigjährige schrieb in seine "Tagebuchblätter eines
Urlaubers": "Mir
waren ein paar Urlaubstage vergönnt. Ich war daheim! Und es erwuchs das Gefühl,
als wäre ich zu den tiefsten Wurzeln meines Seins zurückgekehrt und
eine Heilkraft stiege daraus empor, ersetze die von der Fremde verzehrte Kraft,
mache alles wieder gut. Es ist, als wäre ich von dem Leben getrennt gewesen
überhaupt und nun knüpften sich neu die Daseinsfäden, nun wirke
die Heimat, die reiche Lebensspenderin, Wunder über Wunder
"
Diese Zeilen deuten über die Bedeutung von "Heimat" hinaus, die
er in geradezu mystischer Weise betont, auch auf seine poetischen Gestaltungskräfte,
in denen der künftige Schriftsteller aufscheint, der wenige Jahre später
selbst - im Grunde trockene historische Fakten - kreativ gestaltet. Diese ihm
eigenen Fähigkeiten und Neigungen spiegelten sich auch in seiner Rolle als
Lehrer wider.
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Am Gymnasium in
Waldshut unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1976 Französisch,
Englisch, Deutsch, Biologie und Geographie. Für seine Schülerinnen und
Schüler war Dr. Müller offenbar ein eigentümlicher Sonderling.
"Er war ganz
anders, als alle Lehrer, die ich bis dahin kannte" erzählte mir Roland
Kroell am 8. September 2005. "Angst hatte niemand vor ihm und zunächst
nahm ich ihn auch nicht ganz ernst. Er war nicht laut, wurde nicht böse,
war kein strenger Lehrer. Was uns Jungs am meisten imponierte war sein Auto. Es
war ein alter Opel Kapitän mit großen ausladenden Kotflügeln,
den er noch immer fuhr, als längst moderne Fahrzeuge üblich geworden
waren. Gelegentlich kam er auch auf seinem Pferd von Ettikon her zur Schule, die
damals noch im Kornhaus untergebracht war, geritten. Und dann die vielen Geschichten,
die er erzählte! Er kannte unheimlich viele. Vielleicht hatte er sie sich
selbst ausgedacht. Meistens ging es um irgendwelche Begebenheiten aus der Vergangenheit.
Die erzählte er im Unterricht aller Fächer. Ich hatte Biologie und Erdkunde
bei ihm. Wenn Arbeiten geschrieben wurden ging das z. B. so: Schlagt den
Atlas auf und sucht die Zuflüsse von Elbe und Rhein und schreibt sie ins
Heft. Fertig? Nun tauscht das Heft mit dem Nachbarn. Tragt die Fehler ein (zum
Beispiel vergessene Zuflüsse), zählt sie und schreibt sie drunter. Dann
gebt die Note (z.B. kein Fehler 1, ein Fehler 1-2 u.s.f.) Nun gebt die Hefte wieder
zurück! Bis dahin war das ja nichts Besonderes. So was gab es bei anderen
Lehrern auch. Nun aber kommt das Besondere: Dr. Müller hat nie geprüft,
ob die Angaben, die nun jeder selbst vortragen musste und die ins Notenbüchlein
übernommen wurden, auch stimmten. Wenn die Banknachbarn sich einig waren,
konnten sie sich gegenseitig eine gute Note geben - auch wenn keiner der Beiden
richtig gearbeitet hatte. Der Dr. Müller hatte zu uns und unserer Ehrlichkeit
einfach Vertrauen. Und das hat uns imponiert. Da hat meines Wissens keiner von
uns gelogen."
Derartige
"Eigenhürnigkeiten" werden von Lehrerkollegien allerdings nicht
gern gesehen. Wenn sie dann noch gepaart sind mit Veröffentlichungen und
öffentlichen Auftritten, bei denen Müller, der die Auffassung hatte,
"ein Lehrer sollte auch ein Kulturträger sein", nie einen Hehl
aus seinen Überzeugungen und – in den sechziger und siebziger Jahren des
vergangenen Jahrhunderts - seiner Gegnerschaft zur Atomkraft machte, dann fällt
er aus dem Rahmen wie weiland das weiße Schaf unter lauter lauter schwarzen.
Die soziologische Forschung hatte gerade in diesen Jahren herausgearbeitet, dass
im öffentlichen Dienst das "Mittelmaß die Regel" ist "und
wer über dieses Maß hinaus Leistung erbringt, der stört "und
wird über kurz oder lang subtil bestraft" (Lückert, H. R.: Das
Leistungsprinzip. In: Psychologie in Erziehung und Unterricht. 22/1975, S. 46).
Dr. Müller verbarg seine Überzeugungen nicht. Und als er sich öffentlich
gegen den Bau von Atomkraftwerken aussprach, fragte ihn einmal der Wirtschaftsminister
Eberle: "Herr Müller, wollen Sie vielleicht, dass die Lichter ausgehen?"Frau
Noth schrieb mir am 25. August 2005 und brachte das Gemeinte auf den Punkt:
"Vater war Widerstandskämpfer
im positiven Sinne. Er setzte sich für die Natur und die Gerechtigkeit ein.
Er war ein freigeistiger Denker". Der
unabhängige Sinn und das öffentliche Vertreten eines eigenen Standpunktes
hatte Folgen. So wurde ihm zum Beispiel eine weitere Beförderung zum Studiendirektor
oder gar Oberstudiendirektor verweigert. Die entsprechenden Beurteilungszeugnisse
verschwanden. Der evangelische Müller hatte, so erklärte er seinen Kindern,
Ursache anzunehmen, seine Arbeiten über die nicht immer positive Rolle der
katholischen Kirche in der Geschichte hätten dies bewirkt.
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Wenn
sich Autoren mit ihren entsprechenden Texten gegen die Haltungen und Einstellungen
der ideologisch tonangebenden Gruppen stellen, dann werden sie rasch in die Ecke
gestellt, in der sich die Schmuddelkinder der Gesellschaft befinden. Da möchte
ich ein Beispiel aus dem Wissenschaftsbetrieb einer Pädagogischen Hochschule
in Baden-Württemberg anführen: In
der ersten Hälfte der achtziger Jahre, als die Friedensbewegung großen
Aufschwung nahm und sich unter anderem gegen die Aufrüstung der Nato mit
Atomraketen wendete, stellten sich auch Professoren dieser Hochschule auf die
Seite der Nachrüstungsgegner und damit gegen die Politik der damals herrschenden
Politiker. Einer dieser Professoren zeigte mir den Brief des damaligen Kultusministers,
der ihm mit dem Entzug der Prüfungsberechtigung drohte, wenn er sein Engagement
nicht einschränke. Ein Kultusminister kann zwar einen Hochschullehrer nicht
entlassen, wohl aber in seine kultur-hoheitlichen Aufgaben eingreifen. Und der
Verlust der Berechtigung, staatlich anerkannte Examina abzunehmen, hätte
dazu geführt, dass kaum noch Studierende seine Veranstaltungen besucht hätten.
Denn die meisten gehen selbstverständlich nur zu den Hochschullehrern, die
sie am Ende des Studiums auch prüfen werden. Dieses Vorgehen eines Ministers
war sicher rechtlich gedeckt. Es beweist aber, mit welchen Mitteln noch in unserer
Zeit die Obrigkeiten gegen unbequeme, weil widerständige Bürgerinnen
und Bürger vorgehen. In vergleichbarer Situation befindet sich in diesen
Wochen (Anfang 2006) jener Theologieprofessor und katholische Priester, dem die
Lehrerlaubnis (von seinem Bischof) und die Prüfungsberechtigung für
das Lehramt (von seinem hierfür zuständigen Minister) entzogen wurde.Ein
Beweis dafür, dass tendenziell die Obrigkeiten stets gleich reagieren.
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Rund zehn Jahre
zuvor war auch Dr. Emil Müller-Ettikon von seiner vorgesetzten Behörde
erklärt worden, dass er erst dann mit einer weiteren Beförderung (zum
Oberstudienrat) rechnen könne, wenn er seine kritischen Veröffentlichungen
unterließe. Nun darf nicht unterstellt werden, dass Beamte des Oberschulamtes
und wer sonst noch zu den Vorgesetzten gehörten, seine Schriften auch gelesen
hatten. Dr. Müller-Ettikon selbst aber sah, wie oben erwähnt, die Ursachen
für den Beförderungsstop in Interventionen von katholischen Kreisen
in Waldshut. Dort war man damals offenbar verärgert darüber, wie die
römisch-katholische Kirche und ihre Exponenten in den Zeiten von Reformation,
Bauernkrieg und während der Salpetererunruhen von Müller- Ettikon dargestellt
wurden. Hier
denke ich unwillkürlich an den Historikerkollegen Müller - Ettikons,
an Karl Friedrich Wernet. Auch er ein Mensch, der sich als unabhängig empfand
und sich so verhielt, forschte und schrieb. Und das alles noch zu den gleichen
Gegenständen. Doch im Gegensatz zu Wernet, dessen Arbeiten er offenbar schätzte
(vgl. dazu die Ausführungen auf der Seite über Karl
Friedrich Wernet), berührten Dr. Emil Müller-Ettikon die Anfeindungen
kaum. Er fand Zuflucht und Ruhe auf seinem schön gelegenen Grundstück,
auf dem er für sich eine "Klause" errichtet hatte, um dort ungestört
arbeiten zu können. Wie er sich selber sah, das hat er 1961 von diesem
Ort aus in seinem eigenwilligen "Telegrammstil" an Frau Brigitte Matt-Willmatt
geschrieben: "Zum
Wesen: Obwohl oder vielleicht gerade weil nur Wahlalemanne, tiefes Verwurzeln
im Alemannentum. Rauhe, unbeholfene Schale mit etwas zu weichem Kern. Wie Richard
Gäng von den Wäldren sagt, die wie ihre Tannen sind: gnodlig, gnatsig,
weich im Holz. Will nichts wissen von der jüdisch-orientalischen Ansicht,
dass der Mensch durch den Sündenfall zur Arbeit "verdammt" sei.
Weiss von den Eltern, was Arbeitsseligkeit ist. Wäre der Hof Eigentum gewesen,
wäre ich selbstverständlich Bauer geblieben. Knecht mochte ich nicht
sein. Habe noch genug Handarbeit nachmittags im grossen Garten. Das Schriftstellern
geschieht nicht, um damit Geld zu verdienen, sondern nur wegen der Freude an der
Arbeit... Mein Arbeitsfeld nun die Schule. Tue meine Pflicht gerne, weil ich
meinen Beruf für schön halte. Wenn der Arzt es nur mit dem kranken Menschen,
der Richter mit dem Verbrecher zu tun hat, so haben wir es doch mit der Jugend
zu tun, und das ist, wenn wir nicht verzweifeln wollen, doch noch das Wertvollste.
Wenn also nicht Bauer, dann Lehrer."
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Schriftstellerisch
trat er schon früh in Erscheinung. Dazu gehörten erste Gedichte in den
vierziger und fünfziger Jahren- die er gern auch seinen Schülerinnen
und Schülern im Waldshuter Gymnasium vortrug - und Erzählungen. Hier seien als Beispiele
die Schriften über "Ritter Steinmar, den Minnesänger von Waldshut"
oder das Buch mit den Erinnerungen von Adolf Glattacker genannt. In seiner Eigenschaft
als Germanist gehörte seine Liebe dem alemannischen Schrifttum. Hier verdienen
seine Darstellungen zu "Mundart und Dichtung" und die von ihm ausgewählten
"Proben unserer Mundart und Volkspoesie" besonderer Erwähnung (beide
in: Der Kreis Waldshut. Stuttgart , 1975 S. 155) Aufgefallen ist mir,
dass in diesem umfangreichen Buch über den Landkreis Waldshut nicht er, sondern
Paul Rothmund, damals Geschichtsdidaktiker an der PH in Lörrach, mit einem
Aufsatz über die Salpetererunruhen vertreten ist. Und dies, obwohl sich doch
Dr. Emil Müller bereits in den sechziger Jahren mit seinem Büchlein
"Johannes Marder. Das Schicksal eines Salpeterers" und in zahlreichen
Zeitungsartikeln als Kenner der Hauensteiner Geschichte ausgewiesen hatte. Aber
auch durch das Büchlein "Dr. Balthasar Hubmaier, der Pfarrer von Waldshut",
das er 1955 bei der Fa. Zimmermann in Waldshut hatte drucken lassen und in dem
er sehr kenntnisreich und detailliert das Engagement der Waldshuter Bürgerinnen
und Bürger in der Reformation sowie das Schicksal des Führers der Wiedertäuferbewegung
darstellte, war er bekannt geworden. |
1979
erschien sein Salpetererbuch. Er gab ihm den Titel: "Die Salpeterer. Geschichte
eines Freiheitskampfes auf dem südlichen Schwarzwald". Damit erfuhren
die Salpetererunruhen einmal eine Beschränkung auf die Begebenheiten im achtzehnten
Jahrhundert und zum anderen eine Bewertung bereits im Titel. Denn ein Freiheitskampf
ist im Verständnis unserer Zeit, in der Begriffe wie "Freiheit und Demokratie"
positive Assoziationen auslösen, stets zu begrüßen. Müller-Ettikons
Darstellungen lassen erkennen, dass er für die Salpeterer und ihre Anliegen
Verständnis hat und selbst Partei ergreift, wenn er mit erkennbarer Ironie,
die Bemühungen ihrer Gegner, und hier besonders die des Benediktinerpaters
Hergott schildert.Müller-Ettikon vermied es jedoch, ganz im Gegensatz zu
Jakob Ebner, in seinen Darstellungen eine Bewertung auszusprechen. Recht ausgewogen
erscheint mir die Quellenauswahl, wenn ich auch angesichts der vielen offenbar
wörtlichen Wiedergaben der Quellentexte die entsprechenden Anmerkungen vermisse.
Mir scheinen die Hinweise auf die Fundstellen recht willkürlich eingestreut.
Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wann Müller-Ettikon mit eigenen
Worten erzählt und wann die Quellen "sprechen". Ein Beispiel:
"In einem Bericht lesen wir, (dass) der Lüber
zuletzt auf des
Kaisers und des Waldvogts Gesundheit getrunken (habe). Ihro Gnaden, der Waldvogt
hat sich dafür bedankt". Anlass für diese höfliche Geste war
die Hinrichtung des Salpetereranführers Lüber. Ein direkter Verweis
auf die Fundstelle fehlt Ein ähnliches Versäumnis registrierte Konrad
Sutter bereits, als er in einem Brief vom 20. Dezember darauf aufmerksam machte,
dass unter anderem die doch recht schwerwiegende Aussage des Unteralpfener Müllers
"Jetzt müssen Köpfe rollen" nicht belegt worden sei. Auch
Renate Liessen hat in ihrer Rezension in der Stuttgarter Zeitung vom 19. 05. 1980
auf derartige Versäumnisse hingewiesen. Dr. Müller selbst aber sah dergleichen
lässliche Sünden nicht, denn er versicherte in einem Brief (05.08.1978)
an an den Karl-Schillinger-Verlag in Freiburg: "Sie dürfen sicher sein,
dass keiner kommen kann und Fehler nachweisen." Diese
selbstbewusste Haltung spricht dafür, dass die recht informativen Schilderungen,
die sich so detailliert bei keinem anderen Historiker über die Salpeterer
finden lassen, auf schriftlichen Quellen beruhen, auch wenn er den Lesern nicht
verrät, woher er die Informationen hat. Ich suchte und fand zum Beispiel
in seiner Schrift nach Berührungen zwischen der Stadt Laufenburg und den
Salpeterern. Doch Hinweise auf Quellen seiner diesbezüglichen Ausführungen
fehlen und müssen jetzt von mir selbst gesucht und geprüft werden. Ich
gehe allerdings davon aus, dass Dr. Müller nichts von dem, was er schrieb
"erfunden" hat, sondern alles gut hätte belegen können. Genau
diese Annahme bestätigte sich, als ich im März 2006 im Generallandesarchiv
die gleichen Blätter in den meist recht umfangreichen Aktenbündeln durchsah,
die Dr. Emil Müller-Ettikon und vor ihm Dr. Jakob
Ebner und Professor Günther Haselier
durchgearbeitet hatten. Die Leistungen dieser drei Historiker, die die zum größten
Teil schwer les- und deutbaren Handschriften in "Schriftdeutsch" übertrugen,
sind nicht hoch genug einzuschätzen. Die
Rezensionen auf sein Salpetererbuch sind ausnahmslos freundlich ausgefallen. Geradezu
enthusiastisch kommentiert Elmar Zimmermann im Albboten vom 31.12.1979 das Buch,
wenn er u. a. schreibt, dass Dr. Müller diesen "umfangreichen Stoff
in imponierender Weise gebändigt (hat) und in einer verständlichen,
über weite Strecken packenden Sprache in triumphaler handwerklichen Präzision
vor dem Leser ausbreitet". Von Elmar Zimmermann erfährt der Leser
auch: "Indem Emil Müller-Ettikon mit eigener unverstellter Stimme
spricht, gehorcht er seiner blutsverwandten Seele" Dr.
Helmut Bender meint "wegen der Zuständigkeit des Autors und der Gründlichkeit
des Vorgetragenden wird keiner, der sich ernsthaft mit den Salpeterern, ja, mit
dem Hotzenwald und seiner Geschichte beschäftigt, an dem hier vorgelegten
Band vorübergehen können" (Bad. Heimat 2/1980, S. 346 und Südkurier
v. 19.05.1980). Und Karl Kurrus spricht in seiner Rezension in der Badischen Zeitung
vom 1./2. 3. 1980 von einer "in jeder Richtung wahrheitssuchenden Darstellung".
Brigitte Matt-Willmatt
bezeichnet in einer Würdigung des Schriftstellers dessen Stil in diesem Buch
als "holzschnittartig". Eine, wie ich finde, recht gelungene Zuschreibung.
Günther Franz aus Stuttgart spricht in seiner kurzen Rezension (Quelle: Schillinger-Verlag
Freiburg, Akte "Die Salpeterer") in diesem Zusammenhang von einer "weitgehenden
Anlehnung an die Sprache seiner Vorlagen (gemeint sind die Akten im Generallandesarchiv.
J. R.) In früheren Schriften, so mein Eindruck, war seine Schreib- und
Darstellungsweise flüssiger und, nicht selten auch, dramatischer. Ich denke
hier zum Beispiel an den Aufsatz "Wie die Kadelburger den Ettikoner Hof aufteilen
wollten", der in dem ersten Band der Schriftenreihe "Heimat am Hochrhein"
(1963/64) abgedruckt worden war. Diese Geschichte aus dem Beginn des achtzehnten
Jahrhunderts führt dem Leser in kurzweiliger und anschaulicher Weise vor
Augen, wie sich bäuerliches Leben in Abhängigkeit von grundherrlichen
und niedergerichtlichen Zuständigkeiten einerseits und den dörflichen
Eliten andererseits gestaltete. In den erzählenden Text hatte Müller
mehrere Dokumente eingearbeitet, die erkennen ließen, dass seine Geschichte
nicht frei erfunden war, sondern sich auf Quellen stützte. Für den historisch
interessierten Leser aber ist die Enttäuschung groß, wenn er nach dem
Fundort für die wörtlich wiedergegebenen Schriften sucht. Es sind keine
angegeben. Während andere Beiträge in diesem Buch durchaus über
einen entsprechenden "Anmerkungsapparat" verfügten, hatte Emil
Müller darauf verzichtet. Dieser Verzicht schmälert zwar nicht den Unterhaltungswert
und den Informationsgehalt dieses lesenswerten Aufsatzes, wohl aber verletzt er
die Normen historisch-wissenschaftlichen Arbeitens. Man
mag einwenden, dass eine solche Arbeit auch nicht gefordert war. Das vermag ich
nicht zu beurteilen. Dagegen aber finden sich in Müllers historischen Schriften,
die ja auf sehr sorgsamen und umfangreichen Quellenstudien beruhen, auch später
dergleichen bedauerliche Lücken wie oben bereits angesprochen. Nun
muss man ja nicht "Päpstlicher sein als der Papst". Doch wer in
der Zunft der Historiker ernst genommen werden will, muss auf derartige Sünden
verzichten. Dass es auch anders geht, hatte ja Günther Haselier in seiner
Arbeit über "Die Streitigkeiten der
Hauensteiner
" (Karlsruhe 1940) bewiesen. In dessen Dissertation
finden sich zu den 123 Seiten Text 100 Seiten Anmerkungen und jeder Interessierte
kann heute noch in den angegebenen Fundstelle nachschauen, ob es nicht noch andere
bemerkenswerte Informationen über die betreffenden Ereignisse gibt.
Vielleicht liegen aber im Schreibstil der letzten Arbeiten und im Verzicht auf
Normen für wissenschaftliche Arbeiten die Gründe der Zurückhaltung,
mit der die Zunft der Historiker und Heimatforscher auf seine Veröffentlichungen
zurückgreift. In der Dissertation von Martin
Kistler zum Beispiel, der sich in Bezug auf die zu sichtende Literatur nach
eigener Auskunft von Mitgliedern des Geschichtsvereins Waldshut hatte beraten
lassen, wird keine Schrift von Dr. Emil Müller-Ettikon erwähnt. Allerdings
ist die Annahme nicht unbegründet, dass Dr. Müller-Ettikon selbst keinen
Hehl aus seiner Skepsis gegenüber dem Wissenschaftsbetrieb von Historikern
gemacht hatte. Denn Elmar Zimmermann vermerkt in seiner o. g. Rezension dass "Dr.
Emil Müller-Ettikon von jeher darunter gelitten (hat), mit welcher Arroganz
selbst ernstzunehmende Historiker die Salpetererkriege ignorierten". Und
um wieviel mehr musste es ihn schmerzen, wenn seine Kollegen aus der Heimatgeschichtsforschung
seine Bewertung der Salpetererbewegungen als Freiheitskämpfe nicht teilten... Ich
habe beim Studium der Arbeiten Müller-Ettikons den Eindruck gewonnen, dass
es Motive stilistischer und dramaturgischer Art gewesen sein können, die
ihn dazu verleiteten, auf die doch sehr zahlreichen Anmerkungen, die nötig
gewesen wären, zu verzichten. Auch in seinen frühen historischen Arbeiten
fehlt, wie bereits bemerkt, der wissenschaftliche "Apparat". Die Leserinnen
und Leser seines "Johannes Marder" aber werden Verweise nicht vermissen.
Statt dessen werden sie angerührt, ja gepackt durch die sprachlichen Mittel,
mit denen Emil Müller sie in den Bann zieht, und sie das Schicksal dieses
Mannes miterleben und mitleiden lässt. Auch seine "Geschichte des Dorfes
Kadelburg" ist eine sehr eindrucksvolle, in lebendiger Sprache gefasste Geschichte
des Dorfes, seiner Menschen und der sich ständig wechselnden Verhältnisse.
Emil Müller vermochte es, diese verwirrenden Zuständigkeiten und Abhängigkeiten
im Verlaufe der vielhundertjährigen Geschichte der Kadelburger und ihrer
Nachbarn anschaulich und einprägsam zu beschreiben und bediente sich hierbei
eines durchaus verständlichen und fließend lesbaren Stils. "Es
fesselt seine ganz persönliche Art, sich in die Seele des Volkes hineinzudenken
- und sicher tut er dies nicht unbeeinflusst von der Reihe seiner bäuerlichen
und naturverbundenen Ahnen - uns geschichtliche Vorgänge aus dieser Sicht
zu begreifen und aufzuzeigen
" (Brigitte Matt-Willmatt in "Alb-Bote
v. 24.11.1981). Insofern mögen von ihm also die eigenwilligen Stilelemente
in seiner Salpeterergeschichte als dem Stoff angemessen erschienen und damit bewusst,
einschließlich der sparsamen Verwendung von Verweisen, so gestaltet worden
sein. Diese meine Eindrücke bestätigten sich, als mir der Freiburger
Verleger Wolfgang Schillinger in einem Gespräch über Emil Müller-Ettikon
am 7. September 2005 versicherte, dass tatsächlich Emil Müller und ausdrücklich
diesen eigenwilligen Stil für die Salpeterergeschichte so gewählt und
alle Kürzungen selbst und aus freien Stücken vorgenommen hatte. "Ich
lektorierte den Text selbst. Prüfte ihn aber nur auf Schreibfehler. An Inhalt
und Stil der Autoren, die ich verlege, ändere ich nichts". Und in Bezug
auf Müller-Ettikon meinte er, dass dieser sehr genau gewusst habe was er
wollte und warum er seine Salpeterergeschichte so und nicht anders geschrieben
hatte. Herr Schillinger erinnerte sich gut an die Begegnungen mit Müller-Ettikon
in dessen "Klause" in Ettikon und dessen Kommentare. So habe er durchblicken
lassen, dass in seinen Schriften der nachfühlende und kundige Leser manche
Bezüge zu zeitgenössischen Ärgernissen würde auffinden können.
Dr. Müller- Ettikon bekannte sich also zu der zeitlosen Erfahrungen
aller, die sich nicht dem Jetstream anpassten, von den definitionsmächtigen
Eliten ebenso diskriminiert zu werden, wie weiland die Salpeterer als die Unruhestifter
ihrer Zeit. Eine
weitere Erklärung für meinen Eindruck, dass das Buch "Die Salpeterer",
das er als sein Hauptwerk betrachtete, an einigen Stellen unvollkommen wirkt,
weil über einige Schicksale und Handlungsstränge nicht weiter informiert
wird oder weil die Gesamtdarstellung relativ abrupt endet, mag darin zu finden
sein, dass er ja nur einen Teil seiner Schrift veröffentlichte. Wie einem
Brief vom 5. August 1978 an den Schillinger - Verlag zu entnehmen ist, hat er
sein erstes Manuskript um mehr als die Hälfte zusammengestrichen. - "Ich
habe lange Jahre daran gearbeitet... (und) von ursprünglich 700 Seiten auf
282 Seiten gekürzt..." Und diesem "Streichkonzert" sind möglicher
Weise die von mir vermissten Informationen zum Opfer gefallen. |
Und
damit nähern wir uns erneut Emil -Müller- Ettikons Rolle als unbequemen
Zeitgenossen und Mahner in unserer Region. Er selbst hatte sich in die Reihe jener
Kulturschaffenden im "Dreyeckland" gestellt, die sich in den siebziger
Jahren des vergangenen Jahrhunderts als "Salpeterer" bezeichnet hatten.
Emil Müller-Ettikon hatte seine Arbeiten über die Salpeterer ausdrücklich
in die geistigen Strömungen jener Jahre gestellt. Und nicht nur diese!
|
Verweilen
wir zunächst noch ein wenig beim Grundsätzlichen und Allgemeinen heimatgeschichtlicher
Betrachtungsweisen nach dem Zweiten Weltkrieg: Heimatbünde, Geschichtsvereine
oder andere, der Tradition verbundene Vereinigungen bekannten (und bekennen sich
zum Teil noch) zu Vergangenem in eher konservativ-bewahrendem, um nicht zu sagen
beschönigendem Verständnis. Sie pflegen mehr oder weniger gesicherte
Überlieferungen in Brauchtum oder Tracht und musikalischen Ausdrucksformen.
In vielen Regionen sind derartige Aktivitäten eng mit religiösen Bräuchen
und den jeweiligen Kirchen eng verwoben, wie uns die "Fahnenweihen"
und ähnliche Zeremonien unter Beteiligung von Priestern zeigen. Nicht selten,
so geht es jedenfalls mir, wenn ich Festreden höre oder Jubiläumsschriften
von Heimatvereinen lese, erinnern mich Sprache und Stil an meine Kindheit im Hitlerreich.
Tatsächlich, und das lässt sich in den entsprechenden Jahrgängen
der "Badischen Heimat" und des "Ekkhart-Jahrbuches" gut belegen,
befanden sich Heimat- und auf (Groß-) Deutschland bezogene Texte in enger
geistiger Verwandtschaft zur NS-Ideologie. Für unsere bekanntesten Heimatforscher
und Dichter, Hermann Eris Busse und Hermann Burte aber auch für Adolf Glattacker
war diese Geistesverwandtschaft, wie Dr. Emil Müller-Ettikon uns in seinem
Buch über den Maler nacherleben lässt, gleichsam "natürlich"
(Meister Glattacker erzählt" hrsg. von Dr. Emil Müller Ettikon.
Binzen o. J.). Nach
dem Zweiten Weltkriege wirkte diese geistige Verwandtschaft mehr oder weniger
verdeckt nach, da in unseren Heimatzeitschriften eine kritische Auseinandersetzung
mit der eigenen Rolle im Dritten Reich ebenso ausblieb, wie eine selbstkritische
Stellungnahme jener Schriftsteller, Historiker und Funktionäre aus Heimatvereinen,
die sich in den Dienst von Hitlerpartei und ihren Gliederungen gestellt und nicht
einmal herauszuhalten versucht hatten (über die geistige Atmosphäre
in der Nachkriegszeit in unserer Region vgl. den Aufsatz von Thomas Schnabel:
"Das Kriegsende in Freiburg". In: Badische Heimat Nr. 3/2005, S. 349
- 360). Emil
Müller sei dagegen, nach der Einschätzung seiner Kinder, die allerdings
keine persönlichen Erinnerungen an die Rolle ihres Vaters in der NS-Zeit
hatten, auf Distanz geblieben und habe sich nicht von der "Blut- und Boden-Ideologie"
mitreißen lassen. |
Bei
Emil Müller liegt nahe, in seiner Reserviertheit Heilslehren gegenüber,
aus welcher weltanschaulichen Richtung sie auch kommen mögen, einen gleichsam
"angeborenen" Drang nach Unabhängigkeit und Eigenständigkeit
zu vermuten. Wenn sich eine derartige individuelle Autonomie auch nicht immer
mit dem Streben nach sozialer und wirtschaftlicher Unabhängigkeit verbinden
lässt, wie es zum Beispiel bei seinen Freunden, dem Maler Alban Spitz oder
Adolf Glattacker oder dem Schriftsteller Hans Matt-Willmatt zu beobachten war,
so lässt die Unabhängigkeit sich doch im Geiste und im schöpferischen
Tun pflegen. So auch bei Emil Müller. Einerseits war er durch sein Amt und
dem damit verbundenen Eid gebunden und musste jenen Normen und Regeln Beachtung
schenken, die zum Dienst im öffentlichen Schulwesen gehörten. Andererseits
aber fühlte er sich geistig frei und füllte das, was im Schulrecht mit
"pädagogischer Freiheit des Lehrers" umschrieben wird, in der Schule
recht eigenwillig aus. Vor allem aber beschritt er mit seinen Forschungsgegenständen
und den Akzenten, die er in seinen Veröffentlichungen setzte, eigene Wege. Sobald
aber ein Heimathistoriker zum Beispiel den Boden des unkritisch Bewahrenden und
Aufarbeitenden verlässt und - wie er es tat - unter Berufung auf widerständige
oder revolutionäre Persönlichkeiten und Bewegungen in der Vergangenheit
nachweist, dass damals geforderte Veränderungen noch heute gültig sind,
dann möchte eigentlich niemand etwas davon hören oder lesen. |
Zum
Verständnis zur Persönlichkeit und den Motiven von Dr. Emil Müller-Ettikon
gehört ein genauerer Blick auf sein außerberufliches Engagement in
den siebziger Jahren. Er war es, der für den damaligen Bundespräsidenten
Heinemann die Vorarbeit für einen von diesem gehaltenen Vortrag über
die Geschichte dieser Region leistete. Darüber schrieb er an den "Karl-Schillinger-Verlag"
in Freiburg am 21. Februar 1978: "...vor langen Jahren hat mich Bundespräsident
Heinemann gebeten dafür zu sorgen, dass die Freiheitskämpfe der Hauensteiner
im 18. Jahrhundert wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung zurückgerufen
werden." Diese Vorarbeiten veröffentlichte Müller-Ettikon
als Sonderdruck (Waldshut o.J.) unter dem Titel "Mangelhaftes Geschichtsbewusstsein,
als Beispiel: Die Salpetereraufstände". Von "vergessener Geschichte"
war darin die Rede. Nun
waren die Salpetererunruhen bei den Historikern keineswegs vergessen, wie Dr.
Müller-Ettikon klagte. Haselier und Ebner zum Beispiel hatten ja Bücher
darüber geschrieben, die Müller-Ettikon selbst gut kannte und die nach
dem Zweiten Weltkrieg hätten ihre Wirkung entfalten können:
ihre Wirkung zum Beispiel
in Richtung auf mehr Mut zu einer demokratischen Mitgestaltung des eigenen Schicksals
"von unten". Zum Beispiel im Verständnis von direkter Mitgestaltung
der sie betreffenden Angelegenheiten durch Bürgerinnen und Bürger. Die
Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik aber waren durch zwölf
Jahre Diktatur, durch die Jahre der Dominanz der Besatzungsmacht und von den neuen
tonangebenden Eliten an Bevormundung gewöhnt. Erst die studentische
Bewegung der so genannten und erst jüngst (im Herbst 2005) wieder von einem
christlich-konservativen Innenminister aus Brandenburg geschmähten "68er"
setzte einen allmählichen Wandel im Verhältnis zwischen Bürger
und Staatsmacht in Gang. Vor allem in den Bürgerbewegungen der siebziger
Jahre, als es unter anderem gegen die "Startbahn West" des Frankfurter
Flughafens oder gegen den massiven Ausbau von Atomkraftwerken ging, zeigte es
sich, dass Teile der "schweigenden Mehrheit" nicht mehr bereit waren,
Entscheidungen aus Politik und Wirtschaft hinzunehmen, wenn sie sich in ihren
elementaren Lebensinteressen bedroht sahen. "Mehr Mut zur Demokratie"
oder "Mehr Demokratie wagen" waren Schlagworte aus jener Zeit, die auf
die Mitverantwortung von Bürgerinnen und Bürgern zielten und ein immer
wacher werdendes kritisches Potenzial bei diesen frei setzte. Außerdem begannen
junge Historiker mit der Erforschung von Verhalten und Einstellungen ihrer Vätergeneration
zur Zeit des Hitlerfaschismus und deren Verantwortung für Krieg und Kriegsfolgen,
eine Arbeit, die noch heute nicht abgeschlossen ist (vgl hierzu die ebenso
informative wie detaillierte "Reise durch das 20. Jahrhundert" von Geert
Mak: "In Europa". München 2005; bes. die Seiten 589 ff).
Exponenten auf politischer und christlicher Seite für den Auftakt dieser
Entwicklungen waren neben dem Bundespräsidenten Gustav Heinemann, sein Freund
der Theologieprofessor Helmut Gollwitzer, der ZukunftsforscherRobert Jungk oder
der Journalist Franz Alt
Professor Gollwitzer liebte den südlichen
Schwarzwald und machte gern auf dem Dachsberg, wo er ein Haus besaß, Ferien.
In diesem Umfeld trafen sich bis weit in die achtziger Jahre hinein Gleichgesinnte.
Einige siedelten sich auch auf dem Dachsberg an. Professor Gollwitzer war es dann
auch, der, durch Zeitungsartikel auf ihn aufmerksam geworden, Dr. Emil Müller-Ettikon
aufsuchte, um mit ihm über die geistige und politische Situation jener Jahre
zu reden. Aus der ersten Begegnung entwickelte sich ein lebhafter Kontakt zwischen
den Ehepaaren Müller und Gollwitzer.
Das ist auch kein Wunder, möchte ich im Rückblick sagen. Emil Müller-Ettikon
und seine Frau führten ein gastliches, allen Freunden offenes Haus. Dort
kamen die bildenden Künstler, die Musiker und Maler unserer Region zusammen.
Über manche von ihnen, wie z. B. Alban Spitz, Adolf Glattacker, Karl Kurrus,
Richard Gäng, Paul Eipper oder Hans Jakob Wörner verfasste Emil Müller
aus entsprechenden Anlässen Beiträge in Tageszeitungen und Heimatzeitschriften.
|
Gemeinsam mit Fritz
Schächtelin, seinem Schwiegersohn Herrn Nohl, Karl Friedrich Wernet, Herrn
Konrad Sutter und
anderen bereitete er bereits 1963 die Gründung des heute noch arbeitenden
Hochrhein-Geschichtsvereins vor. Eine gewisse Kuriosität liegt in diesem
Zusammenspiel von Schächtelin und Müller. Offenbar verband die beiden
Historiker nur das Interesse, einen Verein für Freunde der Heimatgeschichte
zu gründen - sonst müssen sie nicht viele Gemeinsamkeiten gehabt haben.
Während Schächtelin der Auffassung war, mit der Verbannung habe Maria
Theresia den Salpeterern noch viel zu viel Ehre angetan, befand sich Müller
mit seinem Salpetererverständnis auf einer gegenteiligen Position. Mehr noch:
er bezeichnete sich selbst als einen "Salpeterer", identifizierte sich
folglich mit jenen, die sehr kritisch auf alles schauten, was Obrigkeiten betraf.
Thomas Lehner schreibt in seinem Büchlein über "Die Salpeterer"
(Freiburg 3/2000, S. 122): Fritz
Schächtelin "und sein honoriger Geschichtskreis bekämpfen den erklärten
"Salpeterer" (Müller J. R.). Dabei sehen sie den Dr. Emil Müller-Ettikon,
der seine Vorträge über die Salpeterer in den weniger honorigen Kreisen
der Volkshochschule Wyhler Wald hielt und den Sänger Roland Kroell als linke
Genossen an, die nur aufwiegeln wollen und Mao-Bibeln verteilen."
Für
seine Geschichte Kadelburgs wurde er dort, wie eingangs erwähnt, zum Ehrenbürger
ernannt. Auch
der Geschichtsverein erwählte den "linken Genossen" als Ehrenmitglied.
Allzu links also ist er wohl nicht gewesen (ebenso wenig wie alle anderen Bürgerinnen
und Bürger von Wyhl), sondern nur eigensinnig und vielleicht auch unbequem;
und, folgen wir seinen eigenen Bekenntnissen aus dem Jahre 1961 und der Beurteilung
seiner Kinder, dann war Dr. Emil Müller-Ettikon ein "Freigeist"
mit eher traditioneller als revolutionärer Orientierung. Sowohl Fritz
Schächtelin als auch Thomas Lehner müssen mit ihren Einschätzungen
"daneben gelegen" haben. Wie sonst ließe es sich erklären,
dass Dr. Emil Müller-Ettikon von seinen Schülern erwartet hatte, dass
sie die erste Strophe vom Deutschlandlied auswendig hersagen können mussten,
wie mir Hubert Matt-Willmatt, der bei ihm zur Schule ging, berichtete. (Erinnerung
von Hubert Matt- Willmatt in einem Interview mit mir am 27. 04. 2006) Einen
weiteren Beleg für eine Mischung aus national-konservativer einerseits und
zukunftsorientiert-ökologischer Einstellungen andererseits lieferte mir die
Geschichtslehrerin einer Realschule in unserem Landkreis, Frau Christina, die
Dr. Müller-Ettikon Ende der sechziger Jahre als Schülerin erlebt hatte.
Sie erinnerte sich sehr genau an diesen Lehrer und an die vielen Geschichten vom
Krieg in Italien, die er ebenso gern - und mit gewissem Stolz - während des
Unterrichts erzählte. Diese ehemalige Schülerin wusste auch noch
ganz genau, wie er seine Frau, ein Idealbild aus nordischem Blut, während
des Krieges kennengelernt und nach dem Krieg geheiratet hatte. Diese und andere
Lebenserinnerungen teilte er immer wieder seinen Schülerinnen und Schülern
mit. In den gleichen Jahren aber beklagte er sich bitter über die Industriealisierung
der Landwirtschaft und die "Vergiftung" unserer Nahrungsmittel mit Hilfe
der Chemie. "Er warnte uns davor, Äpfel ungeschält zu essen",
wussteFrau Christina zu erzählen und meinte, dass er weder ein verkappter
Nazi noch ein Revoluzzer gewesen sei.. Sowohl
die Inhalte, die sie spontan assoziierte als auch ihre lebhafte Reaktion auf meine
Frage, ob sie sich an Dr. Müller Ettikon erinnere ("selbstverständlich,
...diesen Lehrer kann ich nicht vergessen, ...er war einfach ungewöhnlich,
weil ich spürte, dass er ein Herz für seine Schüler hatte")
bewiesen erneut, dass er nachhaltig auf seine Schülerinnen und Schüler
gewirkt hat. |
Es
gehörte zu allen Zeiten Mut dazu, "gegen den Strom zu schwimmen"
und jede/r, der das tut, muss bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Die Gesellschaft
in der Bundesrepublik ist in den vergangenen dreißig Jahren offener geworden,
die Regierenden reagieren nicht mehr so empfindlich wie früher auf kritische
Äußerungen. Forschungen und deren Veröffentlichungen über
düstere Perioden deutscher Geschichte und ihrer Repräsentanten sind
heute in einem Umfang möglich und selbstverständlich, wie es noch vor
vierzig Jahren undenkbar schien. Insofern ist das Klima im Großen und Ganzen
liberaler geworden. Dr. Emil Müller-Ettikon würde sicher überrascht
sein, wenn er die beiden Freilichtspiele über den Salpeterer-Hans und die
Reaktionen der Zuschauer darauf erlebt hätte. Und dass die Salpeterer und
ihre Anliegen mehr und mehr verstanden, ihre Motive und Bestrebungen nachempfunden
werden, das ist nicht zuletzt auf seine Arbeiten zurückzuführen. Sein
Engagement trägt in dem Ausmaß Früchte, in dem sich nachfolgende
Heimatforscher und Geschichtsfreunde seiner erinnern.
Werfen
wir zum Abschied noch einen Blick auf Emil Müller-Ettikon, wie es Adolf Glattacker
1964 tat, als er seinen Gastgeber in dessen "Klause" malte: Dr.
Joachim Rumpf 16.11.2005 28.03.2006
|
| Hier
eine Auswahl seiner Monographien und Aufsätze: Diss.:
Robespierre, Revolutionär und Redner, Schriftenreihe "Zeitung und Leben"
(1937), Bd. 42. Grasgärtleinseligkeit.
Ein Kranz Ostergedichte, 1944. Durch
Passion zum Auferstehungstag. Asiago, 1945. Habil.:
Milton - Philosoph und Politiker Kleine
Reise nach Venedig, 1954 (1945 in Purgatorio geschrieben). Dr.
Balthasar Hubmaier, der Pfarrer von Waldshut, 1955. Aus
der Geschichte des Dorfes Kadelburg, 1956. Ritter
Steinmar, Minnesänger und Bürger von Waldshut. Eine Studie, 1960 (Heimat
am Hochrhein, I). Der
Bauernkrieg im Kreise Waldshut, 1961. Entschuldigung
und Klage der Stadt Waldshut. Ein Jahrzehnt Waldshuter Geschichte, 1520-1530,
1962. Über
das Dorf Kadelburg und seine Vergangenheit, 1964. Zurzachs
Beziehungen zu Kadelburg. In: Jahresschrift der Historischen Vereinigung des Bezirks
Zurzach, 1964. Heinrich
Hansjakob in Waldshut, 1964 (Heimat am Hochrhein, II). Die
Hexe von Bühl. In: Der Klettgau, Alb-Bote 19.-23.07.1966. Die
Waldshuter Chilbi. In: Badischer Kalender 1969, S. 92-103. Johannes
Marder. Das Schicksal eines Salpeterers, o.J. (evtl. 1972). Meister
Adolf Glattacker erzählt, aufgeschrieben von E. Müller-Ettikon, 1974
(2. Auflage 1995). Mangelndes
Geschichtsbewusstsein. Als Beispiel: Die Geschichte der Salpeterer-Aufstände
in Anstoß und Ermutigung. In: Festschrift zu Gustav W. Heinemanns 75. Geburtstag,
1974. Mundart
und Dichtung. Mundart gestern und heute - Minnesang und Mundartdichtung. In: Der
Kreis Waldshut, 1975, S. 155-169. Proben
unserer Mundart und Volkspoesie. In: Der Kreis Waldshut, 1975, S. 160-171. Auswanderung
aus Kadelburg. In: Badische Heimat 3 (1977), S. 437-443. Die
gefangenen Salpeterer in Waldshut. Schriftenreihe "Heimat am Hochrhein",
1977. Vom Widerstand
der Salpeterer gegen ihre Obrigkeit, In: Landleben, Ein Lesebuch von Land und
Leuten, 1977. Die
Belagerung der Stadt Waldshut durch die Salpeterer im Jahre 1745. In: Badische
Heimat, 3 (1977). Der
Dichter Richard Gäng: zum 80. Geburtstag am 21. April 1979. In: Badische
Heimat 1 (1979), S. 65-70. Zwei
ungleiche Freunde, zum 100. Geburtstag von Adolf Glattacker und Hermann Burte.
In: Badische Heimat, 1979, S. 195-205. Die
Salpeterer. Geschichte eines Freiheitskampfes auf dem südlichen Schwarzwald,
1979. Mundart
und Dichtung. Mundart gestern und heute - Minnesang und Mundartdichtung. In: Der
Kreis Waldshut, 2., neu bearbeitete und ergänzte Auflage 1979, S. 160-164. Proben
unserer Mundart und Volkspoesie. In: 2., neu bearbeitete und ergänzte Auflage
1979, S.165-176. Der
Schwarzmichel. Aus dem Leben eines Salpeterers, 1980 Der
Streit um ein Weihnachtslied. In: Badische Heimat 1980, S. 179-181. Kurzer
Überblick über die Geschichte Küssabergs, 1981 Anmerkung:
Seine Werke sind auch in der "London school of economics" und der "library
of congress" zu finden!
Diese
Literaturliste ist von der Familie Dr. Emil Müller Ettikons zusammengestellt
worden. Sie hat meinen Beitrag durchgesehen und keine Einwände zur Veröffentlichung
gehabt. Die Enkelin Kerstin Kueter aus Mainz, die mir im Auftrage aller Familienangehörigen
meinen Entwurf mit einigen stilistischen Korrekturen und biographischen Ergänzungen
zurückreichte, meinte: "es ist wirklich bewundernswert, wie Sie, ohne
ihn gekannt zu haben, sein Bild so genau trafen" (Mail vom 15.11.2005)
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letzte Bearbeitung: 23.04.2006
Dr. Joachim Rumpf |