Als
Haseliers Dissertation in dem von Friedrich Metz und anderen herausgegebenen ersten
Band der "Quellen und Forschungen zur Siedlungs- und Volkstumsgeschichte
der Oberrheinlande" gedruckt wurde, hatte Deutschland gerade den zweiten
Weltkrieg begonnen. Das war kein guter Start - weder für das Buch - der zweite
Band erschien 1942 - noch für die Verfasser, der in ihm erschienenen Arbeiten.
Prof. Dr. Wolfgang Hug weiß zu berichten: "...Übrigens ist
fast die gesamte Druckauflage der Dissertation von Haselier (als "Der Hotzenwald
II 1940 gedruckt) seinerzeit im Keller des Verlags bei einem Luftangriff verbrannt,
weshalb die Arbeit kaum Verbreitung fand" (aus einer Mailbotschaft am 27.12.2008).
Heinrich
Schwarz, der über den "Hotzenwald und seine Freibauern" gearbeitet
und seine Forschungen bereits 1936 abgeschlossen hatte, fiel noch im gleichen
Jahr "für seine geliebte Heimat". Dieses Schicksal ist Günther
Haselier erspart geblieben. Nicht aber der Kriegsdienst. Von Dezember 1939 an
bis zum September 1946 war er Soldat. Zunächst in der Wehrmacht, zuletzt
als Kriegsgefangener bei den Amerikanern.
Ein
Nationalsozialist ist er offenbar nicht gewesen. 1932 trat Haselier nach dem Abitur
in seiner Heimatstadt Breisach in den Dienst der Verwaltung als Beamtenanwärter
ein. Sein Vater hatte in Breisach ein Friseurgeschäft. Nach 1933 wurde er
allerdings wegen "feindlicher Einstellung zum Nationalsozialismus" entlassen,
eine Begründung, die er nach Kriegsende bestätigt erhielt und die ihm
zweifelos half, in der französich besetzten Zone, zu der Südbaden gehörte,
beruflich Fuß zu fassen.
Von
1933 bis Anfang 1939 studierte er in Bonn und Freiburg Geschichte, Deutsch und
Englisch. Mit der Prüfung für das Lehramt an Gymnasien und der gleichzeitigen
Promotion zum Dr. Phil. schloss er in Freiburg seine Ausbildung ab. Er wurde auch
noch als Studienreferendar eingestellt, musste dann aber bald darauf in den Krieg
ziehen.
Nach
seiner Wiedereinstellung in den Schuldienst nach dem Kriege, musste er seine pädagogische
Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ablegen. Wenn auch die
Zeiten chaotisch waren und alles im Umbruch, so nahmen doch bald nach Kriegsende
und von den Besatzungstruppen gefördert, die öffentliche Verwaltung
und Institutionen wie Justiz, Polizei, Gesundheits- oder Bildungswesen ihre Arbeit
wieder auf. Und - solange es keinen neuen Gesetze und Verordnungen gab, die die
Laufbahnen im öffentlichen Dienst regelten - galten (und gelten bis heute)
die alten. Und so musste der inzwischen Zweiunddreißigjährige erst
die pädagogischen Prüfungen bestehen bevor er dann als Studienassessor
eingestellt wurde. Bevor er aber 1951 seine Unterrichtstätigkeit als Studienrat
an einem Karlsruher Gymnasium aufnehmen konnte, war er von Februar 1947 bis Schuljahresbeginn
1951 an die "Landesdirektion für Kultus und Unterricht" Baden in
Karlsruhe geholt worden und nahm dort aktiven Anteil an dem Neuaufbau unseres
Schul- und Bildungswesens in Baden.