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Heimatkundliches über den Hotzenwald und seine Umgebung


Einführung

 

 

Wenn Sie, liebe Besucherin, lieber Besucher, auf der Rheinbrücke stehen, die das badische und schweizerische Rheinfelden miteinander verbindet und schauen stromaufwärts, dann wird der östliche Horizont von einem Höhenrücken begrenzt. Dieses hochaufragende, von Rheinfelden aus wie ein geschlossener Block wirkendes Gebirge, ist der Hotzenwald. In der Nähe seines Abbruchs nach Süden, zum Rhein hin, ragt der Sendemast des Bergalinger Turms in den Himmel und wenn es Abend wird, dann leuchten seine roten Lampen weithin ins Land. So grüßt der Hotzenwald auch nachts jeden, der von Basel her sich rheinaufwärts bewegt, genau so, wie der Turm der Feldschlösschen-Brauerei in Schweizer Rheinfelden, dessen äußere Formen bei einsetzender Dämmerung bis zum Sonnenaufgang als rote Lichtbänder beiderseits des Rheins weit ins Land leuchten.

Auf den folgenden Seiten stelle ich nach und nach zusammen, was ich gern aus diesen Landschaften berichten möchte. Und wenn ich "Landschaften" sage, also die Mehrzahl wähle, dann ist dies jedem verständlich, der vom Rheinknie bei Basel, Weil und Grenzach her im Hochrheintal nach Osten oder Norden fährt oder wandert.
Da ist einmal das Rheintal mit seinen Verkehrswegen, den vom Durchgangsverkehr geplagten Dörfern beiderseits des Rheins und mit den vier Waldstädten, Rheinfelden, Bad Säckingen, Laufenburg und Waldshut. Gen Süden zu begleiten den sich dahinschlängelnden Rhein die Täler und Höhen des Schweizer Jura. Im Norden trennt zunächst das reizvolle Niedergebirge des Dinkelbergs das Rheintal vom Wiesental bis mit dem Hotzenwald der südliche Schwarzwald mächtig bis an das Rheinufer herantritt. Und fahren wir immer rheinaufwärts bis über Waldshut-Tiengen hinaus und bleiben möglichst auf den Straßen in Ufernähe auf deutscher oder schweizer Seite, dann sind wir beeindruckt vom stillen Hochrheintal zwischen WaldshutTiengen, Rheinheim und Bad Zurzach bis über den Rheinfall bei Schaffhausen und Stein am Rhein hin zum Bodensee. Mancher Flussmündung begegnen wir auf diesem Wege.
Der Hotzenwald wird begrenzt im Westen durch das Tal der Wehra und im Osten durch die Bäche Schlücht und Schwarza. Die Bäche des Hotzenwaldes, die vom Norden her kommend in den Rhein münden sind weiter die Murg und die Alb, die beide recht tiefe Täler mit zum teil schroffen Felsenhängen ins Gebirge gegraben haben.

Und erklimmen wir von Waldshut aus die Schwarzwaldhöhen durch das Eschbacher Tal, an dessen Ostflanke die B 500 hinauf auf den Schwarzwald führt, und wandern wir bis Höchenschwand, dem Dorf "am Himmel", dann sind wir an der nordöstlichen "Ecke" jener alten Grafschaft Hauenstein angekommen, in der die Salpeterer einst rumorten. Heute ist aus dieser ehemals recht unruhigen Region innerhalb des früheren vorderösterreichischen Breisgaus ein Erholungsgebiet geworden, dessen ruhige Ausstrahlung mit abwechslungsreichen, sich nach Süden hin öffnenden Landschaften alljährlich viele Besucher anlockt. Rickenbach, Herrischried und Görwihl waren einmal die Hauptorte der Salpeterer, heute sind es Hauptorte von Gemeindeverbänden deren Teilorte Schmuckstücke im Kranz der Feriendörfer des südlichen Schwarzwaldes sind. Auch den Städten St Blasien, Todtmoos, Bad Säckingen, Murg, Laufenburg, Albbruck und Waldshut sind durch die Gemeindereform Anfang der siebziger Jahre viele Gemeinden des Hotzenwaldes zugeordnet worden. Und um die Zusammenstellung der Hotzenwaldgemeinden abzurunden, sind noch der Gemeindeverbände auf dem Dachsberg mit Wolpadingen, von Ibach und die Gemeinde Albbruck mit den Dörfern des Estelberges sowie Dogern zwischen Hochrhein und Wald zu erwähnen.

Gehen wir nun von Rheinfelden, wo unsere gedankliche Wanderung begann, den Rhein abwärts, dann begegnen wir südlich des Rheins dem alten Siedlungsgebiet um Kaiser-Augst, dort, wo bereits die Kelten ein Zentrum hatten bevor die Römer kamen und später eines der ersten Bistümer am Rhein errichtet wurde. Von den gewaltig aufragenden Hochhäusern des heutigen Augst in der Schweiz kann man hinüber aufs deutsche Ufer und zu den Dörfern Herten und Wyhlen schauen, hinter denen sich die Höhenrücken des Hertener Bergs und des Rührbergs von Ost nach West erstrecken. Am Ende des Rührberghöhenzuges nach Westen hin ragt weithin sichtbar der Rührberger Sendeturm auf. Unweit von ihm und dem Rheinknie und Basel zugewandt bildet ein Felsmassiv den Abschluss der Gebirgszonen am Nordufer des Hochrheins. Dieses "Hörnli" von Grenzach, der Hornfelsen, ist gleichsam die Ecke, um die der Rhein auf seinem Weg zur Nordsee herum fließen muss. Von der Höhe des Hornfelsen und der etwas weiter nördlich gelegenen Kirche von St. Chrischona aus, bietet sich ein weiter Blick über Basel und die Gemeinden um Basel, ins Wiesental hinein und drüben, gleichsam als Gegenstück zum Höhenrücken des Rührbergs, winkt das uralte Kirchlein von Tüllingen an der Südspitze des gleichnamigen Berges herüber. Auf diesem "Hörnli" ließ einst der alemannische Dichter Hermann Burte in seinem Roman "Wiltfeber" seinen Protagonisten und dessen Geliebte vom Blitz erschlagen. Es woben sich um die hier genannten markanten Höhen rings um das Basler Rheintal nicht wenige Sagen.

Zwischen dem Tüllinger Berg, dem südwestlichsten Endpunkt des von Todtnau her kommenden Tals der Wiese, diesem Fluss, den Johann Peter Hebel die "liebliche Tochter des Feldbergs" nannte und der Chrischona mit dem Hornfelsen, dem südöstlichen Endpunkt, erstreckt sich Lörrach. Von den Höhen aus ist von den Besuchern nicht zu erkennen, wo zwischen Lörrachs Ortsteil Stetten und Basels Vorort Riehen die Grenze verläuft. Diese beiden Städte sind ebenso "nahtlos" zusammengewachsen, wie das benachbarte Weil am Rhein, mit Basel und Huningue und den anderen französischen Nachbargemeinden im hier beginnenden Oberrheintal.

Ein reiches, dicht besiedeltes Land liegt ausgebreitet vor uns, wenn wir von Obertüllingen, dem Rührberg oder dem Hornfelsen aus darauf schauen. Und nur wer sich ein wenig auskennt, der weiß, dass dort, wo aus dem Gewirr von Wohngebieten, Kirchtürmen, Hochhäusern und Industrieanlagen ein dicker, mit schräg verlaufenden breiten roten und weißen Streifen angestrichener Schornstein am Basler linken Rheinufer zu sehen ist, in seiner unmittelbaren Nähe Frankreich beginnt. Von der Tüllinger Höhe aus sehen wir im Norwesten die Vogesen und im Südwesten den schweizerischen und französischen Jura und zwischen ihnen die weite, fast eben sich nach Westen ausdehnende Burgundische Pforte.

Und wer von ganz hoch droben auf alle diese Landschaften am Rheinknie aus einer anderen Perspektive und von Süden aus schauen möchte, der sollte bei bei guter Sicht den Weg auf den Gempen nicht scheuen, von dessen Aussichtsturm über dem steil nach Westen abfallender Felsen südöstlich von Basel sich ein unvergessliches Panorama anbietet. Nicht nur das Rhein- und Wiesental ist einzusehen. Auch die Schwarzwaldhöhen und die Vogesen bieten sich dem Wanderer dar. Und nach Süden hin kann man bis in die Alpen sehen. Doch brauch man nicht so weit zu gehen, wenn man die nördlich von Basel aus sich weithin erstreckenden Landschaften genießen will: Vom Basler Münsterberg aus spähten bereits Kelten und Römer in das weite Land jenseits des Rheins. Und vor unserem inneren Auge aus schauen wir, uns etwa fünfzehnhundert Jahre zurückversetzend, in eine von vielen Wassern und Halbinseln durchsetzte Stromlandschaft, auf deren überflutungssicheren Hügeln verstreut einige menschliche Ansiedlungen zu sehen sind.
Und um einen Teil dieser heute von Industrie, Wohngebieten und Verkehrswegen dicht besiedelten Landschaften, dem Hotzenwald, dem Land am Hochrhein, im Wiesental und am südlichen Oberrhein, soll es auf den folgenden Seiten gehen.

 

 

Wie die Ergänzung zur Einführung können die Beiträge über den Hotzenwald und über den Hotzenwald und seine Bewohner betrachtet werden, der aus aktuellem Anlass geschrieben wurde.
Anlass war die Frage, ob bzw. warum sich der Hotzenwald für Einzelpersonen und Gruppen (Sekten z. B.) als Ansiedlung besonders eignet.
Ausserdem wurde, ebenfalls auf Grund einer Anfrage, eine Arbeit über das Wappen der Grafschaft Hauenstein verfasst.
Dieser Aufsatz wurde im April 2011  in der Zeitschrift "Vom Jura zum Schwarzwald" (84. Jahrgang 2010) veröffentlicht.

 

Ein Beitrag gilt den evangelischen Gemeinden im Hotzenwald. Wie in den Aufsätzen über die Salpeterer deutlich geworden, gehörten die Bewohner Vorderösterreichs der katholischen Konfession an. Nur in Ausnahmefällen erhielten gerade im Verwaltungsbezirk "Grafschaft Hauenstein" Evangelische ein Heimatrecht. Eine sehr behutsame Veränderung bahnte sich erst im neunzehnten Jahrhunder an. Darüber, und wie es seither mit den Evangelischen im Hotzenwald weiter ging, wird berichtet.

 

 

Ein hochinteressanter Gastbeitrag, den der Historiker Dr. Christian Ruch für diese Seiten in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat, gibt Antworten auf die Frage, ober unser südwestlicher Schwarzwald ein "Sektenparadies" ist?

 

 

Im Hotzenwald ist ein Besuch im Görwihler Heimatmuseum und den anderen Museen und Heimatstuben unverzichtbar. Dem Heimatmuseum in Görwihl sind wegen dessen zunehmender Bedeutung als repräsentativer Schau über Geschichte und Kultur des Hotzenwaldes und als Beispiel für ehrenamtliches Engagement historisch interessierter Bürgerinnen und Bürger mehrere Seiten gewidmet.

 

Ein Blick auf die Region "Dreiländereck" führt auf die Seiten über

Basel, der häufig besuchten Stadt, und nach Grenzach
und Lörrach, wo ich einmal daheim war.

 

 

 

Im Oktober 2005 ist ein Aufsatz über Hermann Burte hinzugekommen. Mich hat die Lektüre seines Buches "Wiltfeber" sehr angerührt und wurde mir Anlass, über Hermann Burte, dem ich im Zusammenhang mit dem Lebenswerk Adolf Glattackers (über Emil Müller-Ettikon) erneut begegnet war, einige Gedanken zu machen. Und da im Juli 2007 eine Ausstellung über den politisch engagierten Burte im Lörracher Museum am Burghof eröffnet wurde, erhielten meine Ausführungen eine gewisse Aktualität.

 


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